In der letzten Woche war ich auf einer Konferenz. Es war spannend und interessant und ich hab viel gelernt. Neben Fachlichem sogar eine neue Facette an mir selbst.
In der Regel spreche ich recht wenig deutsch. Ich chatte mit Hulaboy Bob, telefoniere gelegentlich mit Familie und Freunden und das war’s dann auch schon, Kontakt mit Deutschsprachlern hab ich hier in DK fast keinen. Das finde ich aber auch nicht schlimm, deutsche kenn ich ja schon genug. Allerdings führt das dazu, dass ich gelegentlich im Chatfenster etwas englisches schreibe oder am Telefon Sätze auf Englisch anfangen will. Fast nie kommt das Ausländische dann durch meine internen Kontrollen oder beim Empfänger an, trotzdem ist’s befremdlich.
Wenn’s allerdings so konzentriert kommt, wie bei der Konferenz zuletzt, ist einiges anders. So saß ich da beim Abendessen etwa plötzlich neben einem Österreicher. Wir haben dann ein wenig deutsch gesprochen, aber irgendwie fühlte sich das komisch an. Nach einer kleinen Pause im Gespräch (was beim Essen ja mal passieren kann), wechselten wir sogar unabsichtlich ins englische. Er (studiert in Kopenhagen) hat das gleiche Problem.
Total beknackt…
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Seit mindestens über einem Jahr quasselt mir mein Belgier die Ohren voll, dass ich doch endlich mal sein Segelboot angucken komme und wir eine Runde auf dem Fjord drehen. Da ich immer so schnell Seekrank werde und sowieso eher klassische Landratte bin, habe ich meist gute Ausreden gehabt. Oft war ich aber auch wirklich nicht verfügbar. Ich schwör!
Letzte Woche kam jedenfalls das Totschlagargument: ”So, Karsten, Dienstag fahre ich für ein halbes Jahr nach Lissabon, Sonntag ist Deine letzte Gelegenheit auf mein Boot zu kommen.”
Spürbar im Hintergrund war eine angedrohte Freundschaftskündigung. Jedenfalls hab ich mich wirklich aufs Boot getraut. Und es war eigentlich sogar großartig. Die Sonne schien, wir hatten Rührei auf dem Boot und schlecht ist mir auch nicht geworden. Sehr relaxter Tag auf dem Fjord. Würde ich sogar häufiger machen, ist aber wohl jetzt zu spät…
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Ich habe ein neues hübsches Technik-Dingsbums: Eine Pulsuhr mit GPS. Wenn ich mich jetzt also sportlich betätige, sammelt die leicht überdimensionierte Armbanduhr massenweise Daten. Und hinterher kann ich alles auf den Computer oder direkt ins Internet laden und mir auswerten lassen. Schon beim Laufen kann ich mir so ansehen wie schnell/weit/lange ich gerade unterwegs bin. Und online kann ich dann sehen wo ich überall war und was für Steigungen ich in welchem Tempo erklimmen konnte und wie sich meine Herzfrequenz dabei verhalten hat.
Super!
Das Ding nennt sich Garmin Forerunner 305 und gibt’s inzwischen für relativ überschaubare Preise. Ich hoffe damit mein Lauftraining wieder etwas konstanter durchziehen zu können. Wir werden sehen…
Hier noch mein Bericht von meinem Lauf heute Morgen:
Tags: gps, laufen, puls, sport Posted in Spocht
Amsterdam, Bern, Bochum, Genf, Herten, Kopenhagen, Lausanne, Wuppertal, Recklinghausen, Zürich.
Sprich: Deutsch, Französisch, Niederländisch, Schwizerdütsch. Also Englisch.
Dicker Brocken VfL Bochum in Wuppertal am Zoo. Ausgehen im Ruhrgebiet. Biergarten. Schlauchboottour. Extrem Aufdembalkonliegen. Grillen ohne Kohle. Grillen mit Kohle. Zeichenstunde. Währungschaos im Portemonnaie. Sooo viele Grachten! Das olympische Museum. Fußballspiel der Generationen. Berge und Seen. Verlaufen in fremden Städten. Tretbootfahren. Die Suche nach dem Zürichsee. Nachfotos. Das Trojanische Pferd in Bern. Die mitgewaschene Uhr. „Hure geil!“ (schweizer Ausdruck starker Begeisterung). Relaxen im Amsterdamer Rotlichtviertel. BMX Parcours mit dem Rad eines Vierjährigen. Air Berlin vergisst mein Gepäck.
Die schönsten Bilder: HIER
Tags: foto, schweiz, urlaub Posted in Globetrotter
Als ich Anfang 2005 meinen Job in Düsseldorf angetreten habe, bin ich die ersten zwei Monate von Gelsenkirchen-Buer aus gependelt. Also erst mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof und dann mit dem Zug weiter. Ich bin meist noch vor 7 Uhr aus dem Haus und habe schnell gemerkt, dass da mit mir ein Mädchen immer die gleiche Straßenbahn nimmt. Die Linie 301. Scheißfrüh. Irgendwann sind wir ins Gespräch gekommen.
Das Mädchen aus der 301 war sehr witzig und ging aufs Gymnasium am anderen Ende der Stadt. Sie war sehr sprachgewandt und zappelig, wir verbrachten unsere gemeinsame Zeit in der Straßenbahn ziemlich unterhaltsam. Und auch als ich an den Rhein gezogen bin, blieben wir zunächst noch in Kontakt, der aber bald einschlief. Wir trafen uns gelegentlich auf Partys, zuletzt beim Public Viewing zur WM im eigenen Land.
Erst kürzlich habe ich dann durch Facebook wieder von ihr gehört. Letzte Woche haben wir sogar ein bisschen gesprochen und rumgewitzelt, dass sie mir Niederländisch beibringt und wir eine WG in Amsterdam gründen.
Am Samstag wollte sie zur Love Parade, hatte sich schon lange drauf gefreut. Zurück kam sie nicht…
Tags: love parade, nachruf, strassenbahn Posted in Persönlichkeiten
Die WM ist vorbei. Jetzt kommt das große Loch. Um dem zu entgehen, werde ich auch Mittwoch erst mal in den Urlaub starten. Kurz Zeit habe ich jedoch noch um Resümee zu ziehen:
- Holland hat Brasilien rausgehauen!
- Das Halbfinale war fast komplett Europäisch.
- Für Italien war schon nach der Gruppenphase Schluss, für Argentinien dafür erst im Viertelfinale.
- Mexiko war stärker als Argentinien, zumindest bis zur Schiedsrichterabseitsfehlentscheidung.
- Chile war stark, Dänemark stärker als von vielen erwartet.
- Ich habe zwei Tippspiele gewonnen, bei einem knapp Zweiter geworden und in der Bild bin ich besser als der Netzer.
- Ziemlich viele Spiele habe ich ein Kaltgetränk schlürfend und auf eine Leinwand starrend verlebt.
- Ich habe Spiele gesehen, zusammen mit Leuten aus Argentinien, Äthiopien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Dänemark, Deutschland, England, Frankreich, Honduras, Italien, Kanada, Kroatien, Lettland, Litauen, Malta, Mexiko, den Niederlanden, Polen, Portugal, Russland, Senegal, Serbien, Slowenien, Spanien, Thailand und den USA.
- All das habe ich hier Dokumentiert: Karstens WM Tagebuch
Zusätzlich möchte ich noch kurz berichten, dass der Oktopus internationale Berühmtheit erlangt hat. Bevor ich aus deutschen Medien von dessen Existenz erfuhr, haben mich bereits Mexikaner darauf angesprochen. Im Turnierverlauf, sprachen plötzlich alle (und ich meine ALLE!) von dem Wunderkraken Paul. Unglaublich, eigentlich.
Schön war’s. Danke Süd Afrika. Und in 2 Jahren spielen wir dann endlich auch die Spanier an die Wand!
Tags: fussball, wm2010 Posted in Spocht
Heute würde ich gerne in bisschen was über die Freundschaft der Dänischen Fußballanhänger (Verband: DBU) zur deutschen Nationalmannschaft schreiben. Ich möchte nicht zu sehr verallgemeinern, aber ein Blick in die Medien gibt mir das Gefühl, dass Deutschland nicht allzu beliebt ist hier. Wohlgemerkt beschränke ich mich damit auf den Fußball.
Vom EM Finale ‘92 hab ich ja schon berichtet. Dererlei Sticheleien gibt es recht viele und wenn ich hier Spiele der WM gucke bin ich als Deutschland-Fan meist ziemlich allein.
Das motiviert mich natürlich um so mehr.
In einem WM Magazin (”Alles rund um alle Teams!”, siehe Bild) habe ich folgenden Ausschnitt gefunden:
Rekord: Deutschland ist das Land, das am häufigsten Vizeweltmeister geworden ist (4 mal) – und damit auch das Land, dass die meisten WM Finale verloren hat. Ha!
Dieses “Ha!” spricht Bände…
Tags: artikel, deutschland, fussball, wm2010 Posted in Spocht