In einem Monat ist es soweit: Die EM beginnt. Und heute sind endlich meine Tickets angekommen. Als der UPS-Mann geklingelt hat, bin ich durch mein Zimmer getanzt.
Zusammen mit einem Chilenen, einem Griechen und einem Mexikaner mach ich mich Ende Juni auf nach Warschau um mir dort das zweite Halbfinale anzusehen. Es wird ein Fest. Wenn die Deutsche Mannschaft Gruppensieger wird könnte ich sie da zu Gesicht bekommen.
Von dem Gewinn der Europameisterschaft gehe ich ohnehin aus…
Ick freu mir!
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Die HulaBoys, also Benny und ich, haben uns letztens überlegt, worin wir wirklich gut sind: Sprücheklopfen.
Talente sollten generell nicht ungenutzt liegenbleiben, so auch dieses nicht. Auf der Suche nach einer Möglichkeit das zu kanalisieren kamen wir über unser Fußballinteresse auf die Idee das zu verbinden. Das hat ja quasi Tradition.
In bester Stammtischmanier lassen wir seit etwa einer Woche jetzt Weisheiten von uns, die sich ums runde Leder drehen. Wir spielen Udo Lattek, wenn man so will. Nicht immer intellektuell hochwertig, aber meistens unterhaltsam. Nicht immer frei von Spott, aber auch nur teilweise albern. Nicht immer populisitsch, aber oft polemisch. Nicht immer tiefsinnig, aber gelegentlich schwachsinnig. Nicht immer zweideutig, aber manchmal streitbar. So füttern wir das Phrasenschwein was das Zeug hält…
Unter dem Namen Nørgelfan könnt Ihr uns bei Twitter und Facebook finden. Ihr seid alle herzlich eingeladen, lest mit und lacht mit und schreibt mit und kommentiert und wiedersprecht und korrigiert und sagt’s weiter!
Wir freuen uns auf Euch.
Tags: facebook, fun, fussball, hulaboys, nørgelfan, twitter Posted in Spocht
Vor ungefähr 1½ Monaten komme ich am Nachbarbüro vorbei, in dem mein griechischer Freund sitzt. Er erzählt dann, dass er sich jetzt im Ruderkurs anmeldet und ob ich nicht auch will. Ich fand die Idee so irritierend, dass ich ziemlich perplex war. Mir fiel auf die Schnelle nichtmal eine gescheite Ausrede ein. Also hab ich zugesagt.
Besagter Kurs fand am letzten Wochenende statt. Samstag und Sonntag von 9 bis 17 Uhr. Genauso wie ich’s gern hab.
Den Aalborg Roklub (muss ich dazuschreiben, dass „Ro“ dänisch für „Rudern“ ist, oder merkt das der aufmerksame Leser selbst?) gibt’s schon seit 1886 und hat jetzt ein paar neue Mitglieder. Bei der Einführung gings zunächst ins eigene Fitnessstudio (mit Rudermaschienen) und in den Keller. Da steht nämlich ein Rudersimulator. Witziges Ding, die Ruderbootsitze sind auf den Boden montiert und mit einem echten Ruder ruderst Du dann in einer Art überdimensionalen Badewanne rum.
Da haben wir auch die ersten Kommandos einstudiert. Jetzt weiss ich wie man sich auf dänsich klar zum Rudern meldet.
Und dann ging’s raus auf’s Fjord. In einem Ruderboot natürlich. Vier Ruderer mit Steuermann waren wir. Ein bisschen in die eine Richtung und später ein bisschen in die andere Richtung. Am nächsten Tag dann noch etwas längere Touren. Insgesamt hab ich an dem Wochenende 29km gerudert. Mein Hintern ist davon überzeugt, dass das Weltrekordverdächtig ist. Sitzen steht erstmal nicht so im Programm…
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Am letzten Wochenende war ich zum Junggesellenabschied in Hamburg. Schweinelustig, ich hab mir sogar ein Andenken mitgebracht: Einen Tinnitus.
Knapp die Hälfte von uns 19 Leuten war beim Arzt oder in der Apotheke. Es war einfach viiiel zu laut im Herzblut.
Ich hatte sowas ja vor ein paar Jahren schonmal und weiß, dass mit dauerhaften Pfeiffen nicht zu spaßen ist. Das sollte am besten direkt behandelt werden, weil es sonst schnell chronisch werden kann. Damals bin ich nach Feierabend zum ärztlichen Notdienst in Düsseldorf. Der hat mich nach ein paar Untersuchungen direkt an einen Tropf gehängt…
Hier in Dänemark wollte ich mehr nach Protokoll vorgehen. Hab Morgens beim Hals-Nasen-Ohrenarzt angerufen, meine Lage erläutert und nach einem Termin gefragt. In 4 Wochen wäre noch was frei. Schön. Also doch zum Notdienst.
Da haben mir dann ein netter Arzt und eine nette Praktikantin in die Ohren geguckt. Mehr könnten sie nicht tun, sagte der Arzt zu mir. “Ich kann nix sehen, das wird schon wieder…”
Soviel zum Fachkräftemangel in Dänemark. Was nutzt ein Gesundheitssystem, das für die Ausgaben aufkommt, wenn keine Mediziner da sind um Ausgaben zu erzeugen?
Tags: arzt, gesundheitssystem, junggesellenabschied, ohr, tinnitus Posted in Tagebuch
Jaja, schon wieder ein Eintrag über Fußball. Tut mir auch leid. Aber diesmal war’s recht ereignisreich…
Also, die Winterpause der dänischen Superliga wurde am letzten Wochenende beendet. Zum Auftaktspiel kamen die amtierenden und angehenden Meister aus Kopenhagen zu Besuch. Also sind wir auch hin. Sonntag um 18 Uhr. Knapp über Null Grad, dafür ein hübscher Wind. Angenehm ist anders.
Aus Aalborger-Sicht ist Århus der Lokalrivale, dem nicht mal das schwarze unter den Nägeln gegönnt wird. Kopenhagen aber ist absoluter Hass-Gegner. Dazu tragen dann auch gerne Auseinandersetzungen mit Hooligans aus der Hauptstadt bei. Eben sowas hat das Spiel auch direkt mal eine Viertelstunde verzögert. Knapp 30 Schlachtenbummler wurden schnell eingebuchtet, bevor der Ball rollte.
Das Spiel selbst war normales dänisches Niveau würde ich sagen. Hohe Fehlpassquoten hüben wie drüben. Die Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass Aalborg klar am Drücker war. Zwischendrin haben sich die Gästefans wilde grölwettbewerbe geliefert, wer den anderen stärker hasst.
Pünktlich zur zweiten Halbzeit, hat die Gästeanhängerschaft dann die ersten Bengalos hinter dem Aalborger Tor gezündet. Ein paar Feuerwerkskörper flogen gelegentlich auch auf’s Spielfeld. Nach ungefähr einer halben Stunde wurde es dem Schiedsrichter zu viel und hat die Mannschaften in die Kabine geschickt. Spielabbruch. Der Stadionsprecher ließ verlauten, dass der Schiri die Partie komplett abbricht, sollten sich die Zuschauer nicht an das Fair Play gebot halten.
Nach 10 Minuten kamen die Mannschaften wieder. Prompt wurde ein Feuer gezündet. Das wurde jedoch ignoriert und es konnte weiter gespielt werden.
Für knapp 10 Minuten jedenfalls, dann ist nämlich ein Aalborger Anhänger auf’s Feld gestürmt und hat versucht einen Mittelfeldspieler der Gäste zu verhauen. Unser Kapitän konnte ihn dann aber in den Schwitzkasten nehmen und an das Wachpersonal übergeben. Dieses hat in dann an den Armen vom Spielfeld geschleift.
Das Spiel selbst ging etwas glücklich für beide 1:1 aus, mit einem sehenswerten Ausgleichtreffers unseres 20-jährigen Stürmertalents in der letzten Minute. Aber davon sprach kaum jemand. Das Spiel wird heiß diskutiert in Dänemark. Die Zeitungen nennen es das Skandalspiel (skandalekamp) und der Verband berät noch wie und wer bestraft wird.
Hier gibt’s ein Video der Highlights.
Tags: aab, fussball, hooligans Posted in Spocht
Hallo, ich heiße Karsten. Ich bin Cola-Süchtig.
Gruppe: Hallo Karsten!
So ungefähr mit 17 wurde ich zum ersten Mal Cola-Karsten genannt, glaube ich. Später gab’s dann viele Variationen. Hier in Dänemark bin ich meist der Coke Guy. Das kommt einfach daher, dass ich immer eine Cola in der Hand halte. Weil ich ja keinen Alkohol trinke sind die Alternativen beim Ausgehen rar gesät, da bleibe ich eigentlich immer bei der Cola hängen.
Ich meine, das ist ein echtes Problem. Was trinken, wenn keinen Alkohol?
Wer ein Wässerchen in einer Kneipe bestellt macht sich selbst in meinen Augen ein bisschen lächerlich. Aber auch das mache ich gelegentlich. Blöd ist zusätzlich, dass man inzwischen oft ein kleines Plastikfläschchen bekommt. Leute die in Clubs mit Wasserfläschchen rumturnen, schmeißen meist Pillen. In die Schublade will ich nicht…
Andere Softdrinks? Mehr als eine Sprite im Jahr, kann selbst ich nicht trinken. Ansonsten klingelt mir mein ehemaliger Mitbewohner immer in den Ohren, der den Satz prägte: “Männer dürfen weinen, aber keine Fanta trinken.” Und über Bionade rede ich gar nicht erst…
Gelegentlich hüpfe ich in die Saftecke. Die Leute wundern sich zwar, dass ich tatsächlich keinen Wodka in meinen O-Saft will, aber damit kann ich leben. Blöd ist nur, dass der meist noch ziemlich gesüßt ist und auch nicht so toll für den Magen ist.
Damit währen wir nämlich beim Hauptproblem von Cola. Zucker und Magen. Ach ja, und natürlich ist die Mengean Coffein nicht zu vernachlässigen, nach einem Abend voller Cola. Ich habe tatsächlich sowas wie Cola-Kater nach einer langen Nacht. Glaubt’s oder halt nicht.
Nun glauben tatsächlich viele, dass ich quasi rund um die Uhr Cola trinke. Stimmt aber nicht. Tatsächlich trinke ich fast ausschließlich Wasser (das intime Bekenntnis des Karsten J). Nur beim Ausgehen gibt’s halt Cola. Damit bin ich eigentlich auch immer recht gut gefahren. Bis kürzlich. Irgendwie ist mir das mit der Cola ein bisschen zu viel geworden. Seit dem bin ich abstinent.
Ich bin heute seit genau drei Wochen auf Cola-Entzug. Seit ende Januar hab ich unter anderem einen Multivitaminsaft bei BurgerKing bestellt und einen schwarzen Tee in einer Bar. Für mich ist es sowas wie eine persönliche Fastenzeit. Und ja, ich weiß, dass Aschermittwoch erst in 3 Tagen ist.
Immerhin: Mangelerscheinungen hatte ich keine. Zumindest ist mir nichts aufgefallen. Aber ich bilde mir ein, seit dem produktiver zu sein. Mal sehen wie’s weiter geht…
Früher oder später werde ich wieder Cola trinken. Aber ich werde es zelebrieren. Meine erste Cola wird eisgekühlt sein, eine Zitrone haben und einen Strohalm. Da freue ich mich jetzt schon drauf. Wann immer das sein wird.
Tags: cola, pause, sucht Posted in Tagebuch
Herr K. wurde 50 und wollte das groß feiern. Richtig fett. In der Aula der Schule in der seine Frau unterrichtet. Da sollten alle kommen. Der Befreundete Tommy leitet eine Big Band, in der sogar Herr K.’s Tochter spielt. Die können ja auftreten. Dann haben Freunde und Verwandte schön was zu schwofen. Perfekter Plan.
Der Abend läuft sogar ganz hübsch. Bei so einem festlichen Anlass muss natürlich auch eine Rede geredet werden. Herrn K.’s Frau liest ein Gedicht vor und schließt mit einer rührenden Liebeserklärung ab. Nach all den Jahren. Ein wohliges Gefühl schleicht durch die Halle, hier und da kullern ein paar Tränen. Schön. wirklich schön. Nach einer herzlichen Umarmung drehen sich Herr K. und seine Frau zur Band und wünschen sich ein Lied. One Moment In Time von Whitney Huston, das hat den beiden immer schon gefallen.
Tommy der Bandleiter verneigt sich, haucht ein “für Euch doch alles” ins Mikrofon und zählt die Band an. Das Lied beginnt mit zauberhaft arrangierten Fanfaren aus getragenen Trompeten und Posaunen. Acht herzerweichende Takte, zu denen Herr K. und seine Frau schon über die Tanzfläche schweben. Die Gäste erfreuen sich des Anblicks und seufzen gerührt.
Dann steht ein junger Mann aus der Band auf. Etwas schlacksig stellt er sich mit seinem Tenor Saxophon vor das Solo Microfon. Schließlich setzt er, nur noch begleitet vom Klavier, zur ersten Strophe an. “Each day I live”, singt Whitney da im Original. Das Publikum wiegt im Rhythmus der romantischen klänge, als der Saxophonist gefühlvoll… Quiiiiiiiiiek krackzt!
In ohrenbetäubender Lautstärke.
Ich, damals ungefähr 15, habe das Solo völlig zerrissen, die traumhafte Stimmung und damit einen wundervollen Moment zerstört. Eben so einen, von dem Whitney singt. Bei den K.’s hab ich mich gefühlte Tausendmal entschuldigt. Bei der Whitney leider nie. Nu isse Tod. Schöne Lieder bleiben für die Ewigkeit. Das Bewusstsein, was Drogen mit einem Menschen anstellen können hoffentlich auch.
Von den K.’s hab ich lang nichts mehr gehört. Hoffe aber, dass es ihnen prächtig geht.
Tags: band, geschichte, Musik, sax, whitney Posted in Musik