Auf’m Fahrrad in Paris

5. Januar 2012 - 20:27 No Comments

Dieses Jahr hat’s mich zu Silvester in die Stadt der Liebe verschlagen. Ganz romantisch mit meinem Mitbewohner, drei Tage in der französischen Hauptstadt. Ich war noch nie in Paris und hab mir darum das klassische Touri-Programm vorgenommen. Hatte gehört es gäbe da so einen Turm oder sowas und den wollte ich sehen. Hab ich dann auch. Gefühlte 300 Fotos davon gemacht und alle 669 Stufen hochmarschiert. Aber auch sonst hab ich ziemlich alle Sehenswürdigkeiten abgegrast, glaube ich. Jedenfalls haben sich meine Schuhsolen am letzten Tag angefangen aufzulösen…

Am Morgen des 31. Dezembers haben wir uns überlegt je eins von diesen Fahrrädern zu mieten die überall in der Stadt verstreut rumstehen. Man kann sich so eins gegen ein geringes Entgelt mieten und an irgendeiner anderen dieser Stationen dann wieder abstellen. Wir wollten uns damit in den Pariser verkehr mischen und versuchen, ob wir ohne Navigationshilfe zum Eiffelturm finden.

Wir sind also einfach mal los geradelt. So’n Großstadtverkehr ist ja immer ziemlich verstopft und weil Franzosen ja eh alle keine Autofahren können fiel’s gar nicht auf, dass wir uns nicht durchgehend an die Verkehrsregeln gehalten haben. Mit dem Rad quer über eine Kreuzung mit drei Spuren in jede Richtung über Kopfsteinpflaster zu düsen sorgt allerdings schon für einen gewissen Kick. Und als wir plötzlich auf dem Place de la Concorde standen, mit direktem Blick die Champs-Élysées entlang und auf den Arc de Triomphe und den Eiffelturm und auf was weiß ich noch alles… das hatte schon was.

Und wir haben’s am Ende tatsächlich geschafft. Allerdings hatten wir dann in Turmnähe ein Problem mit den Fahrrädern. Die kosten nämlich pro halbe Stunden. Und der Kurs steigt sogar über die Zeit an, weil die wollen, dass die Räder zügig wieder weggebracht werden.

Als wir die erste Radstation am Turm gefunden haben, war die allerdings voll. Also sind wir zur nächsten. Auch voll. Die nächste war auch voll. Da haben wir dann allerdings zwei Mädchen getroffen, die gern ein Rad haben wollten, aber nicht konnten. Die Station war nämlich außer Betrieb. Super.
Bei der nächsten hatten wir mehr Glück. Die war nämlich komplett leer. Allerdings auch außer Betrieb. Wir konnten die Räder also wieder nicht los werden. Die nächste war dann wieder voll mit Rädern und gesperrt. Da haben wir dann die Geduld verloren und bei der Hotline angerufen.

Die mäßig freundliche Dame hat uns dann in mittelgutem Englisch zu einer Radstation am Ende der Straße dirigiert. Da waren dann genau noch zwei Stellen frei, der Turm dafür in weiter Ferne…

Hier gibt’s Fotos vom kompletten Trip.

Ich wünsche Euch allen ein wundervolles neues Jahr!

Det er Jul, det er cool!

24. Dezember 2011 - 15:32 No Comments

Jul bedeutet Weihnachten. Ich glaube, den Rest kann sich jeder selbst übersetzen…
Das ist jedenfalls der Titel eines in Dänemark gleichermassen bekannt wie verachteten Weihnachts-Raps. Von dem hab ich leider erst kürzlich erfahren und will ihn Euch zum Fest natürlich nicht vorenthalten:

Keine Ahnung wovon der merkwürdige Typ da spricht oder was sonst so von dem kam. Mir wurde gesagt, dass ich mich gar nicht damit auseinandersetzen möchte. Also gut. Ich möchte Euch aber allen ein wundervolles Weihnachtsfest wünschen. Genießt die Zeit und das Essen und die Menschen und alles.
Kommt gut in ein grossartiges neues Jahr!

Geburtstag in der Brauerei

20. Dezember 2011 - 23:58 No Comments

Am 12.12. hab ich Geburtstag. Jedes Jahr eigentlich. Aber dies Jahr gab’s eine Schnappszahl: 33. An Zahlenspielen waren meine Eltern damals wohl nicht interessiert, sonst hätt’s das erst nächtes Jahr gegeben, am 12.12.12 nämlich. Naja, wird das halt einfach so ein großes Fest.

Weil ich meinen Geburtstag noch nie in Dänemark verbracht habe, wollte ich damit gar nicht erst anfangen…
Ich habe höflich angefragt und 6 Freunde von mir haben sich nicht abhalten lassen mich zu begleiten. Nach Flensburg nämlich. Es gab eine Tour durch die Brauerei (sehr empfehlenswert!) und anschließend noch auf den Weihnachtsmarkt bei Glühwein und Bratwurst. Ein großartiger Abend mit einem internationalem Mix.
Wir saßen dafür leider viel zu lang im Auto, aber das soll wohl so sein, wenn man nicht in der Nachbargemeinde feiern will. Toll war’s allemal.

Am nächsten Tag hat mich mein Mitbewohner noch mit einem Päckchen überrascht. Die ultimative Maschine zum selbst zusammenbauen…

Nachtrag: Das Video hat dem Hersteller so gut gefallen, dass er’s auf seine Seite gepackt hat. Hier.

Adventskalender mit dem Krieg der Klötzchen

3. Dezember 2011 - 14:05 No Comments

Mit meinem Mitbewohner streite ich mich zur Zeit gerne, wie religiös Weihnachten generell, und ein Adventskalender im speziellen, wirklich ist. Ganz unabhängig davon bin ich aber seit dem 28. November stolzer Besitzer eines Lego StarWars Adventskalender. Ich hatte sogar Glück und hab den letzten ergattert.

Und weil ich mich so darüber freue, will ich meine Freude natürlich mit der Welt teilen. Ist ja Weihnachten. Außerdem will ich allen zeigen wofür ich 200 dänische Kronen (knapp 27€) ausgegeben habe.

Hier die Fotos. Jeden Tag ein neues. So wie’s sich gehört. :)

Habt eine schöne Weihnachtszeit!

Problem

29. November 2011 - 22:10 No Comments

Im Internet wird sowas gern als Probleme des weißen Mannes (white people problems) oder der ersten Welt (first world problems) beschrieben, Freunde schimpfen mich metrosexuell. Und dennoch reicht’s für mich zur mittelschweren Panikattacke: Mein favorisiertes Haarmodellierprodukt ist alle!

Doch damit nicht genug, denn sowas kann man ja nachkaufen. Eigentlich. Denn plötzlich gibt es das nicht mehr in dänischen Supermärkten. Schöne Scheiße.

Inzwischen stapeln sich bei mir die Ausweichprodukte, die ich kaufe, einmal probiere und dann einlagere. Bisher hab ich noch nichts gefunden, womit ich klar komme. Also hab ich mir mein Zeug jetzt bestellt.
Aus England.

Und ja, ich geniere mich schon ein bisschen…

Altpapier

15. November 2011 - 07:12 No Comments

Das Wort Junggesellenhaushalt beschreibt wohl ganz hübsch wie’s bei uns zuhause aussieht. Ein schönes Beispiel ist unsere Altpapiersammlung. Die haben wir nur unregelmäßig aufgelöst, dabei war der Kontainer direkt vor unserer Tür. War, denn als es mich das letyte Mal gepackt hat und ich mich mit einem riesen Stapel von Werbeprospekten die Treppen runtergekämpft habe, musste ich feststellen, dass man uns den Kontainer weggenommen hat.
Schweine!

Das war im Juni, glaube ich. Seitdem haben wir unsere Recyclingstrategie allerdings nicht geändert. Nein, so nämlich nicht mit uns. Wir haben munter weiter Papiermüll in unserem Flur gestapelt, in der Hoffnung, dass der Kontainer unseres Vertrauens eines schönen Tages wiederkehrt.

Inzwischen haben wir loslassen können und uns gedanklich von unserem Kontainer verabschiedet. Blieb noch das Altpapier. Und weil der Flur von Woche zu Woche immer schwieriger passierbar wurde, haben wir uns Sonntag endlich ein Herz gefasst und alles weggebracht.

Unglaubliche Geschichte, oder?
Hier, ich hab’s sogar Dokumentiert:

Monat des Schenkelbesens

11. November 2011 - 11:11 No Comments

In Australien gibt es nicht nur viele merkwürdige Tiere, sondern auch merkwürdige Bräuche. Einer davon ist wie Geld für wohltätige Zwecke gesammelt wird. Dahinter steckt nämlich meist ein Ansatz von Selbstverschandelung. „Wir schneiden uns eine Glatze für einen guten Zweck“, ist da ein klassisches Beispiel. Das Spektrum ist allerdings recht breit und so wird von Essensverzicht bis Haarfärbung so einiges für einen guten Zweck angeboten.

Vor ein paar Jahren haben eine Handvoll Jungs aus Melbourne damit angefangen sich im November einen Schnauzbart stehen zu lassen. Für einen guten Zweck, versteht sich. Sie haben das Ganze dann Movember getauft. Mo ist die in Australien übliche Kurzform von Mustache, dem englischen Wort für Oberlippenbart. Die Jungs haben sich einiges an Vokabular ausgedacht: Mo Bros sind aktive Teilnehmer, also Jungs und Männer, die sich einen Schnäuzer stehen lassen. Eine Mo Sista ist eine inaktive Teilnehmerin. Es handelt sich also um Mädchen und Frauen, die sich als Schnäuzerfans outen und Mo Bros in ihrem Vorhaben unterstützen.

Die Regeln sind denkbar einfach: Mann startet den ersten November frisch rasiert und lässt es in der Folgezeit über der Oberlippe munter sprießen. Die Bartart ist hierbei ziemlich egal. Wichtig ist nur, dass bis zum 30. November unberührter Bartwuchs stattfindet, den man am besten dann noch fotografisch dokumentiert und die Weltöffentlichkeit via Internetz teilhaben lässt.

Wie das ja oft mit solchen beknackten Ideen ist, geht der Movember um die Welt. In Dänemark ist er gerade recht hip. Mein Mitbewohner sieht ein bisschen aus wie eine Zeichentrickfigur und sogar die Busse tragen hier Schnauzbart.
Ich wurde auch mehrfach gefragt, ob ich nicht mitmachen wollte. Wollte ich nicht. Denn erstens: Gibt es nur einen echten Schnauzbart und der gehört ins Gesicht von Magnum. Und zweitens hab ich keine Lust mich zu rasieren, ich fühle mich gerade recht wohl mit meinem Vollbart.