Venedig I: Italienische Bus Boote

8. September 2008 - 11:39 4 Comments

Diese Woche bin ich auf einem Seminar (Reasoning Weg Summer School) hoch im Norden Italiens: In Venedig.

Los ging’s Sonntag früh. Taxi zum Flughafen war für 5:45 Uhr bestellt. Am Vorabend bin ich extra schon um 23:30 nach Hause gegangen, weil ich noch packen musste – ich war also frisch. Filippo, nicht so, den hab ich nämlich geweckt, als ich ihn fragen wollte, ob er jetzt bitte runter kommt.

Filippo ist Italiener und wir sind bist Kopenhagen zusammen gereist. Er wollte zu einer Konferenz nach Finnland. Das letzte was er zu mir sagte, bevor sich unsere Wege trennten war: Erwarte nicht, dass der Italienische öffentliche Personennahverkehr gut funktioniert.
Wie recht er hatte.

Venedig Flughafen (Marco Polo) gelandet, relativ schnell einen Expressbus in die Stadt gefunden. So weit, so gut. Der Spass fing an, als der Busfahrer gesagt hat: Alle aussteigen.
Wir waren wohl am Venedig Hauptbahnhof. Was ich gesehen was eine Kombination aus Parkplatz, Busfriedhof, Flohmarkt und Volksauflauf. Ein Bahnhofsgebäude war da nicht dabei. Aber ich musste ja auch nicht in einen Zug sondern auf ein Bus Boot. Das nennen die hier wirklich so.

Ich also zum Wasser und direkt mal jemanden gefragt. Dann wurde ich rumgeschickt. Von A nach B. B hat mir gesagt, meine Linie fährt bei C ab und hat zwischendurch irgendwas von einer Regatta gefaselt. Bei C wollte ich dann ein Ticket kaufen. Mein Bus Boot kam gerade an. Tickets gibt’s bei A. Fein. Danke.

Nach 20 Minuten Bootfahrt ein paar Bus Boote später kam ich dann ein paar Stationen weiter an, als ich hätte aussteigen müssen. San Elena, hieß die Station. Der Bootsführer meinte zu mir, ich müsste zu der anderen Station laufen, weil die da wegen der Regatta nicht halten dürfen. Und das Ziel, wo ich eigentlich hin will wird auf Grund der Regatta heute sowieso gar nicht angefahren. Prima.
Dementsprechend bin ich erst mal ausgestiegen und dachte ich schau mich mal nach einem Taxi Boot um. Keins gefunden. Dafür ein paar 17 Jährige Mädchen, Sara und Silvia. In dem alter hat man sicher auch in Italien Englischunterricht, dachte ich. Recht hatte ich. Die waren auch sehr Hilfsbereit und haben gesagt, dass ich zu der anderen Station müsste, San Zaccaria. Von da aus komme ich dann nach San Servolo, auf die Universitäts Insel, mein Ziel.

Der Weg dahin (die ganze Zeit natürlich mit meiner dicken Reisetasche) war weit. Und es war richtig warm. Aber die Mädchen haben sich einen mit ihrem Englischkenntnissen abgebrochen, aber es war ganz lustig. Da angekommen hieß es dann, dass in den nächsten 3,5 Stunden erstmal gar nichts fährt. Aber von San Elena. Da wo ich gerade her komme. Also, wieder eine halbe Stunde zurück laufen.

Unterwegs hab ich übrigens gesehen, warum ich soviel Spaß hatte. Die „Regata Storica“ ist anscheinend Weltberühmt, da paddeln merkwürdige Menschen mit einer merkwürdigen Technik in einem merkwürdigen Outfit über den See. Immerhin hab ich’s gesehen.

Von da an war dann alles nur noch eine Frage der Zeit und um 20:00 Uhr gab’s nach meinem Frühstück um 5:15 Uhr endlich auch wieder was zu essen.

4 Responses to “Venedig I: Italienische Bus Boote”

  1. Miri Says:

    Die Italiener haben einfach einen an der Waffel..ich sags immer wieder!

  2. Kiwi Says:

    Immerhin hast Du jetzt einen guten Überblick über das Wasserbussystem :)

  3. Wasili Says:

    Hättest du mich mal gefragt Karsten. Bus-Boote sind teuer, stinken und haben eine Durchschnittsgeschwindigkeit von
    2 km/h. Als zusammenfassung: Du kommt betrunken auf allen vieren kriechend,noch schneller nach Hause, als mit dem
    Bus-Boot.

    Die Bordwand ist zudem so hoch, dass du aber auch gar nichts von der Stadt siehst.

    Taxi-Boot ist mondän: Richtig schnell, kostet aber
    auch ungefähr 10 Mal soviel wie ein Taxi in Deutschland.

    Ich habe mir die Koffer damals von ein paar hübschen Italiereninnen tragen lassen. Dazu haben sie auch noch gesungen und mich hochleben lassen.

    Aber sag mal, Venedig ist doch der Hammer oder?

  4. Karsten Says:

    Venedig ist wirklich cool. Aber so schlimm hab ich das mit den Busbooten hier nicht empfunden. Wenn Du einmal drauf bist, finde ich’s eigentlich ganz nett. Wenn…

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