Archive for the ‘Globetrotter’ Category

Dem Elvis seine Villa

April 22, 2011 - 2:56 pm No Comments

Letzte Woche hab ich diesen Artikel im Spiegel gefunden, der darüber Berichtet, dass ein Däne die Villa von Elvis Presley (Graceland) in Dänemark nachgebaut hat: Graceland Randers

Ich möchte gar nicht darauf eingehen, wie traurig es ist, dass ich von sowas aus deutschen Medien erfahre. Oder was für eine beknackte Idee es ist ein ehemaliges Wohnhaus eines Künstlers nachzubauen. Aber sowas kann ich als verkappter Teddy mir natürlich nicht entgehen lassen. Nach nur wenig Überzeugungsarbeit haben sich auch eine Australierin und ein Chilene breitschlagen lassen und sind mitgekommen. Wir haben uns das Auto von einem Freund geliehen und sind die 80km in den Süden nach Randers gefahren. Nun ist Randers als solches recht unspektakulär. Es gibt sogar Lieder die Randers als die langweiligste Stadt Dänemarks bezeichnen. Bis dieser Typ Graceland nachgebaut hat. Tief im Nirgendwo.

Das Haus steht unmittelbar neben einer Hauptstraße in einem Industriegebiet und wer im Restaurant draußen sitzt kann den Blick auf einen Baumarkt genießen. Im Inneren des Hauses befindet sich ein Fan-Shop, ein Restaurant und ein Museum.
In dem Shop gibt es wirklich jeden Scheiß, eigentlich wie zu erwarten. Das ist in Fan-Shops ja immer so.
Das Restaurant war ein klassisch amerikanisches Ding. Wir haben da einen Burger und eine riesen Cola in uns rein gestopft. Das Ganze war gar nicht mal so teuer.
Das Museum war eigentlich nur ein großer Raum mit ein paar Vitrinen und einem kleinen Filmsaal dran, in dem eine Doku über Elvis‘ Anfänge lief. In den Vitrinen war allerhand Zeug von Elvis gesammelt. Briefe, der Stammbaum, ein Schal, Poster, Buttons, Fotos, und so weiter. Aber nicht nur vom King selbst, sondern auch von den Leuten um ihn rum. Instrumente seiner Band und all sowas. Recht beeindruckend.

Überall auf dem Gelände, drinnen und draußen wurden wir mit Elvis Songs beschallt. Und ich muss ehrlich gestehen, dass mit das siebte Mal Love Me Tender innerhalb von drei Stunden dann schon ein bisschen auf die Nerven ging. Ansonsten fanden wir’s ziemlich witzig da. Ich würde es aber nicht auf die Liste der Sachen setzen, die jeder Mal gesehen haben muss.

Natürlich gibt’s auch Fotos.

Nationale Errungenschaften

April 2, 2011 - 3:14 pm No Comments

Alle protzen. Alle. Das ist ja auch nix neues. Besonders vor fremden immer gern:

  • Ich komme aus der größten…
  • Wir haben den ältesten…
  • Bei uns gibt es am meisten…
  • Blah blah blah…

Hier in diesen internationalen Kreisen gibt’s solche Gespräche recht häufig. Und natürlich weiß inzwischen jeder, dass ich aus Europas zweitgrößter Stadt ohne eigenen Bahnhof komme.
Meist sind solche Sachen dann auch Dinge, die im Gespräch untergehen. Aber gelegentlich gibt es Spezialfälle, wenn nämlich meint mit sowas protzen zu müssen. Haribo, so haben mir verschiedene Dänen schon versucht zu erklären, komme nämlich aus Dänemark. Es wird ja auch überall verkauft hier. Drei Wörter reichen da meist als Antwort: Hans Riegel, Bonn. Der Klugscheisser in mir tanzt dann eine halbe Stunde lang durch die Gegend.

Es gibt aber selbst darunter noch zwei Superprotzereien, die ich natürlich nicht für mich behalten kann/will…

  1. Vor 1½ Jahren ungefähr hat uns ein Franzose zu erklären versucht, dass Brot in Frankreich erfunden wurde.
  2. Just Gestern Abend hat ein Freund aus Italien darauf bestanden, dass Messer und Gabel von einem Italiener erfunden wurde.

Ich antwortete bei beiden Fällen mit gleichem Wortlaut. Dass Brot wie auch Essbesteck wohl schon im Gebrauch waren, lange bevor die Menschen den Afrikanischen Kontinent verließen, hab ich dabei wohlwollend außer Acht gelassen.
Meine Antwort: “Das mag ja sein, aber das Rad wurde von einem Deutschen erfunden!”

Happy Australia Day

Januar 29, 2011 - 4:48 pm No Comments

Letzten Mittwoch war Australia Day, der australische Nationalfeiertag. Eine australische Freundin wollte diesen Standesgemäß feiern und hat einen ganzen Stapel an Leuten eingeladen. Nach und nach sind sogar ein paar erschienen…

Nun standesgemäß, das bedeutet in erster Linie, dass es eine Art Countdown zum Feuerwerk gibt. In Australien verbringt man den Tag damit zu grillen, sich vollzustopfen, sich zu betrinken und sich auf’s Feuerwerk zu freuen. Außerdem hört der Australier als solcher dabei Musik: Der nationale Radiojugendsender (Triple J) veranstaltet die “Hottest 100″. Den ganzen Nachmittag werden dann die Lieder gespielt, die von den hörern als das heißeste wählten, was 2010 veröffentlich wurde. Meine Favoriten daraus sind “Radar Detector“, “iFly” und “Rapunzel” – die meisten Lieder kannte ich aber nicht. Und besonders die Top 3 fand ich eigentlich recht lahm.
Gegrillt haben wir zwar nicht, aber es gab Würstchen und Kuchen und einen Internetstream.

Standesgemäß bedeutet natürlich auch das ganze in Klamotten zu begehen, die dem Thema angemessen sind. Ich hatte das Trikot der Fußballnationalmannschaft Australiens an (auch, wenn man sich an dem Nationalfeiertag wohl eher für das Cricket Team interessiert), Shorts und als guter Deutscher natürlich weiße Tennissocken in meinen Badelatschen. Bei -3°C in Dänemark musste die Heizung tüchtig bollern, um das zu kompensieren…

Vor allem heißt standesgemäß aber sich nicht um Zeitverschiebung zu scheren. Unsere kleine Party begann also recht früh am Morgen. Genauer gesagt war ich um 4 Uhr Morgens vor Ort. Nationalfeiertage sind halt eine ernste Sache.

Schlittenspaß

Januar 24, 2011 - 6:15 pm No Comments

Bei all meinem Rumgeheule, über meine Flugreisen im Dezember, habe ich ganz vergessen zu erzählen, dass ich zu Weihnachten und danach nämlich eigentlich eine tolle Zeit mit der Familie hatte. Mit allen und auf verschiedenen „Hochzeiten“. Also, es hat keiner geheiratet, aber Ihr versteht schon…
Die Höhepunkte für mich sind allerdings zweifelsohne die Schlittenfahrten mit meinem Neffen und dessen Eltern. Ist lange her, dass ich so viel Spaß im Schnee hatte. Und weil ich sowas ja immer Medial festhalten muss, lass ich Euch ein bisschen teilhaben…

Den Jahreswechsel habe ich dann mit einem Rudel Internationaler Menschen in München gefeiert. Zehn Leute aus zehn Nationen (Chile, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Litauen, Mexiko, die Niederlande, Polen, Portugal und Serbien), inklusive Hofbräuhaus und Abstecher nach Salzburg.

Auf dem Rückweg hab ich halt in Jena (Schiller überall) und Hamburg Halt gemacht.
Lustig war’s. Fotos von alledem gibt’s dann noch hier.

Det er Karsten

Januar 18, 2011 - 4:31 pm 1 Comment

Am Telefon (Festnetz hab ich eigentlich seit Jahren nicht mehr im Gebrauch) melde ich mich nur mit meinem Namen, wenn ich das Gegenüber nicht kenne. Ansonsten gibt’s gern mal eine neutrale Begrüßung. Allerdings hab ich mir zuletzt auch angewohnt den Namen des Anrufers zu sagen. Ich meine, wenn ich angerufen werde, wissen die Leute ja, wer ich bin. Oder?

In Deutschland komme ich damit eigentlich gut klar, und von gelegentlicher kurzer Verwirrung abgesehen, treten keinerlei Probleme auf. In Dänemark läuft die Sache ganz anders.

„Wenn ich Dich anrufe und Du gehst dran, dann sag wer Du bist und nicht wer ich bin!“

Das hat mir letzten Monat mal jemand geflüstert. Es ist nämlich so, dass sich hier immer alle melden mit „Dies ist Karsten“ (Det er Karsten). Also nicht alle mit Karsten, aber Ihr versteht schon…
Der reine Name sorgt bereits für Verwirrungen. Und wenn ich alter Punk einfach den Namen meines Gesprächspartners sage, sorge ich für Chaos im Protokoll. Und das sogar recht schwerwiegend anscheinend, denn das Ergebnis war nicht häufig ein sekundenlanges betretenes Schweigen in der Leitung. Nach mehreren Nachfragen gibt’s dann eine Ausweichprozedur: „Äh, Karsten? Hier ist Werauchimmer.“

Ich versuche jetzt immer meinen Namen zu sagen, wenn ich dran gehe. Auf Grund eines erschreckend schwachen Erinnerungsvermögens meinerseits bleiben gelegentliche Verwirrungen im Telefonischen Begrüßungsprotokol allerdings leider nicht aus.
Tut mir leid.
Aber ein bisschen lustig finde ich’s auch…

Weihnachtsodyssee

Januar 6, 2011 - 12:44 pm No Comments

Ich hatte ja mit einem Schneesturm gerechnet, allerdings weiter nördlich. Letzlich fegte der Schnee durch Norddeutschland statt durch Norddänemark. Die Auswirkungen auf meinen Reiseweg waren allerdings grob die gleichen…

Extra früh bin ich zum Flughafen hier in Aalborg, damit mein Gepäck auch mit kommt. Obwohl ich als Notreserve einen Satz Unterwäsche und Ladekabel für meine Telefone im Handgepäck hatte. Das Flugzeug hatte dann dennoch zwei Stunden Verspätung. Beim Einsteigen ins Flugzeug hab ich meinen Koffer allerdings sehen können. Er wurde kurze Zeit später verladen.

In Kopenhagen bin ich dann natürlich auch zu spät gelandet. Und zwar genau zu der Zeit, zu der meine Anschlussmaschine hätte abheben sollen, 21:05. Die Stewardess meinte, ich solle mir keine großen Sorgen machen, der Flug sei sicher auch verspätet, dennoch war mir unwohl.
Das klärte sich vor der Anzeigetafel allerdings schnell. Neben einer Abflugzeit, die sich alle 20 Minuten änderte, stand da nämlich auch: „Wait for Info“

Um Mitternacht durften wir dann schließlich ins Flugzeug. Der Pilot empfing uns mit den Worten, dass wir eine Ausnahmegenehmigung hätten und in Düsseldorf trotz Nachtlandeverbot landen dürfen, er würde sich auch beeilen und wir flögen nur 55 Minuten. Zuvor müssen wir allerdings noch schnell zum Enteisen.
Dieses Enteisen ist ein normaler Prozess, der an jedem Flughafen der Welt bei entsprechender Witterung durchgeführt wird. Eis oder Schnee auf Tragflächen oder sonstwo beeinträchtigt die Flugeigenschaften zu stark. Dauerte dann auch nur eine Dreiviertelstunde.

Während des Flugs meldete sich der Pilot dann nochmal und erklärte, dass es sich bei der Ausnahmegenehmigung um eine Fehlinformation handelte und wir jetzt Richtung Köln unterwegs seien. Etwas später meldete sich der gute erneut zu Wort und vermeldete, dass der Flughafen Köln/Bonn gerade geschlossen wurde und wir jetzt so lange achten fliegen, bis die dort unten die Landebahn frei geräumt haben. Das dauerte auch nichtmal eine Stunde.
Als gute Nachricht verkündete er aber auch noch, dass es Shuttlebusse zum Düsseldorfer Flughafen gäbe.

Um drei Uhr am Morgen des Heiligen Abends sind wir dann gelandet. Und während wir so an dem Gepäckband stehen und auf die Koffer warten, gab es eine Durchsage: „Anscheinend wurde ihnen gesagt, dass es Shuttlebusse gäbe. Dem ist nicht so. Der Nahverkehr befindet sich allerdings direkt nebenan.“
Und dann kamen die Koffer. Recht viele. Sogar deutlich mehr als Leute warteten. Nur meiner nicht…
Die S-Bahn von Köln nach Düsseldorf brauchte nur gut eine Stunde. Dafür war das recht unterhaltsam, da sass ich nämlich mit einer weiteren Exildänin und dreien aus Schweden, alle aus dem gleichen Flugzeug. In Düsseldorf sollte ich kurz umsteigen. Inzwischen war es 6 Uhr und mein Zug stand sogar da, allerdings mit verschlossenen Türen und ohne Licht. Etwa 20 Minuten nachdem der Zug hätte abfahren sollen, gab es eine Durchsage, dass die Abfahrt sich um 10-15 Minuten verzögere, da das Boardpersonal nicht da wäre. Weitere 20 Minuten später bin ich dann in einen anderen Zug gestiegen, der mich zu meinem Ziel bringen sollte. Langsamer, aber immerhin fuhr der.

Um kurz vor acht, konnte mich dann mein Vater am Bahnhof in Wanne-Eickel endlich in Empfang nehmen, statt um 23:30 am Vorabend. Er hatte eine Schneeschaufel im Kofferraum, die Verhältnisse waren ziemlich extrem.
Lang schlafen konnte ich ja trotzdem nicht. Die Läden schließen um 13 Uhr und weil mein Koffer nicht da war, musste ich mich ja durch den Schnee kämpfen. Ein paar Sätze Unterwäsche kaufen, sowie ein paar Hemden, so dass ich Weihnachten nicht komplett in meinen ausgebeulten Reiseklamotten verbringen musste. Natürlich waren auch noch Geschenke in dem Koffer, aber davon musste ich mich erstmal verabschieden.

Das Gepäck kam dann mit kaum merkbaren fünf Tagen Verspätung an. Meine Neffen hat’s gefreut, Weihnachten nach Weihnachten. Mir persönlich ist für’s erste die Lust am Fliegen vergangen…

Schneesturm

Dezember 20, 2010 - 11:45 am No Comments

Berichte zur aktuellen Lage unter dem Bild.

Für Donnerstag wird ein schöner Schneesturm in Dänemark vorausgesagt. Wie’s der Zufall so will, geht genau dann mein Flug in die Heimat. Bin mal gespannt, ob ich’s schaffe zum Weihnachtsessen im Ruhrgebiet zu sein. Oder wo ich Weihnachten sonst so verbringe. Timing war eben noch nie meine stärke…

Update (21.12.2010 – 09:42)
Der dänische Wetterdienst hat inzwischen relativiert. Statt der zwischenzeitlich vorrausgesagten 24mm Niederschlag sollen es Donnerstag jetzt nur noch 14 geben. So ungefähr. Ich bleibe gespannt.
Jetzt gerade haben wir übrigens -16°C.

Update (21.12.2010 – 15:08)
Unglaublich, während sich der Tag auf -10° Höchsttemperatur gesteigert hat, zeigt die Vorhraussage für Donnerstag jetzt praktisch gar keinen Niederschlag an. Dafür aber ein paar Grade weniger. Das nenn ich mal flexible Wetteraussicht. Ich bleibe gespannt.

Update (22.12.2010 – 13:57)
So, neuer Tag, neue Erkenntnisse. Zwar sind sich die Meteorologen jetzt weitgehend einig, dass es hier in Aalborg quasi nicht schneien wird, allerdings ist der Schneesturm nicht ganz abgesagt. Der wird nämlich durch Süddänemark und Norddeutschland wüten, behaupten sie, und das schon mitten in der Nacht bis zum Mittag. Nun hab ich ja diesen Zwischenstopp im Krisengebiet: Kopenhagen. Ich bleibe gespannt.