Flug von Aalborg über Kopenhagen und London nach Lissabon, am Tag des Fluglotsenstreiks in Spanien.
Schon in Kopenhagen war die ganze Anzeigetafel bunt. Ich bin dann nur knapp vor dem Start des Anschlussfluges in London Heathrow gelandet. Der ist allerdings recht gross und die Sicherheitskontrollen dauern ewig. Ich habe einen Ersatzflug am nächsten Morgen bekommen, nachdem ich eine Stunde in der Schlange vom Kundendienst stand. Und ein Hotel, in Reading, eine halbe Stunde ausserhalb Londons. Das Taxi (hin 138£, zurück 45£ – das nenn ich Flughafenzuschlag) musste ich erstmal selbst bezahlen, das Geld bekomme ich aber wieder. Hoffentlich.
In Reading selbst war der Teufel los. Das Hotel lag mitten in einem Ausgehviertel und mir hat das Herz geblutet, dass ich mich nicht ins Getümmel werfen konnte/wollte. Erstens war ich allein und zweitens wurde ich am nächsten Morgen schon um 5 Uhr abgeholt. Immerhin hab ich John Terry gesehen, als er in so einen Club gestürmt ist. Glaube ich zumindest. Super Ersatz für einen Samstagabend in Barrio Alto, dem Ausgehviertel in Lissabon…
Morgens hab ich dann gemerkt, dass meine Gastgeberin in Lissabon keine meiner Nachriten bezüglich der Planänderung erhalten hat. Endlich in Lissabon gelandet hab ich dann mal angerufen (inzwischen war ja nach 10 Uhr), daraufhin hab ich eine Nachricht erhalten, dass ihr Telefon kaputt sei, sie keine Anrufe annehmen könne und ich doch bitte Nachrichten schreiben solle. Also wird das wohl jetzt alles klappen, dachte ich. Perfekt.
Aber natürlich war dem nicht so. Mein Gepäck war zu der Zeit nämlich noch in London. Ich also zu ihr, hab mich noch einige Male verirrt in den Straßen Lissabons und mich gewundert, wieso sie nicht antwortet. Besonders als ich es endlich vor ihre Haustüre geschafft habe, hätte ich mich über ein Zeichen gefreut. Erneute Anrufversuche endeten im Nirwana und just als ich aufgeben wollte und mir ein Hotel suchen, hab ich noch schnell eine Nachricht von meinem Deutschland-Telefon geschrieben. Drei Sekunden später ging das Fenster auf: Du kannst auch einfach klingeln.
Knapp 20 Nachrichten hab ich ihr geschrieben, keine davon ist angekommen.
Meine Reiseversicherung hatte mir inzwischen bestätigt, dass ich mir Ersatzklamotten kaufen darf. Musste ich auch, hatte ja schon eine extra Nacht auf dem Buckel. Abends ging dann meine Karte irgendwie nicht mehr. Die zusätzlichen Ausgaben (Taxi in London, Klamotten in Lissabon) haben mein Konto leergefegt. Ein Träumchen.
Am Abend des zweiten Tages in Lissabon, der ja schon mein dritter hätte sein sollen, kam dann mein Gepäck. Und es sah aus, als hätten sie’s per Fahrradkurier geschickt.
Und jetzt ziehe ich mir einen roten Rock an und heul noch ein bisschen rum…