Archive for the ‘Persönlichkeiten’ Category

Roberto springt in den Fjord

November 8, 2011 - 4:22 pm 3 Comments

Roberto kommt aus Mexiko. Roberto ist ein netter Kerl. Roberto glaubt an mich. Roberto hat gewettet, dass ich bis November mit meiner Doktorarbeit fertig bin. Roberto hat die Wette verloren. Roberto musste in den Fjord springen…

Roberto bekommt eine Karte zu Weihnachten. :)

Der Amerikaner auf meiner Couch

Mai 24, 2011 - 1:11 pm Kommentare deaktiviert

Eric kommt aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Genauer aus Tennessee. Da kommen auch die berühmtesten beiden anderen Amerikaner her: Elvis und Jack.
Die Gegend aus der er kommt hat anscheinend die höchste Kriminalitätsrate in den USA. Außerdem gibt es wohl auch viele schwarze Ghettos. Und genau dem geltenden Klischee folgend spricht er auch. Heftiger Akzent, der sich für mich immer stark nach GangsaRapper anhört. Eric war auch der erste, der mich jemals “Dog!” nannte. Er erzählt jede Menge Unsinn, meist in einer Qualität, die mit klassischem Schulenglisch nicht viel gemein hat, und das viel und laut. Finde ich super. Erstaunt sind trotzdem alle, wenn er erklärt, dass er Literatur studiert.

Im letzten Jahr war Eric ein Semester lang Austauschstudent hier in Aalborg und wir ein paar Mal gemeinsam feiern. Der ist wahnsinnig, es war ziemlich lustig. Letzten Monat erreichte mich seine Nachricht, ob er nicht ein paar Tage bei mir pennen könnte, er mache gerade eine Europarundreise. Inzwischen haust er seit fast zwei Wochen in unserem Wohnzimmer und wir haben verdammt viel Spaß. Nach einer Woche hat er sogar schon erfolgreich die Luftmatratze fertig aufgeblasen.

Nun gibt es ja diverse Stereotypen wenn es um Leute aus den USA geht. Eric erfüllt sie alle. Wenn er zu Hause ist, läuft er fast ausschließlich in Unterhosen rum (oder im Bademantel), guckt den ganzen Tag irgendwelche Fernsehserien und ernährt sich quasi ausschließlich von HotDogs.

Wir verwirren uns gegenseitig mit dem Metrischen System und dem Krempel, dem die Amis da folgen. Es gibt da etwa ein Maß für Flüssigkeiten, das Cup (also Tasse) heißt. Ein Cup misst allerdings fast einen halben Liter. Also kann man sagen, dass ein amerikanischer Cup gut zwei deutsche Tassen sind. Immer wieder heiße ich ihn in unseren Unterhaltungen also im Metrischen System willkommen.
Übrigens gibt es ganze drei Länder auf diesem wunderschönen Planeten, die nicht im Metrischen System leben: Liberia, Myanmar und die USA.

Nachtrag:
Alles falsch! Ein Amerikanischer Cup sind genau 235ml, also inetwa so viel wie hier auch. Bei der Zubereitung eines Tütengerichts sind wir wohl nur mit den Umrechnungstabellen durcheinander gekommen…

Das Mädchen aus der 301

Juli 28, 2010 - 10:58 am 3 Comments

Als ich Anfang 2005 meinen Job in Düsseldorf angetreten habe, bin ich die ersten zwei Monate von Gelsenkirchen-Buer aus gependelt. Also erst mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof und dann mit dem Zug weiter. Ich bin meist noch vor 7 Uhr aus dem Haus und habe schnell gemerkt, dass da mit mir ein Mädchen immer die gleiche Straßenbahn nimmt. Die Linie 301. Scheißfrüh. Irgendwann sind wir ins Gespräch gekommen.

Das Mädchen aus der 301 war sehr witzig und ging aufs Gymnasium am anderen Ende der Stadt. Sie war sehr sprachgewandt und zappelig, wir verbrachten unsere gemeinsame Zeit in der Straßenbahn ziemlich unterhaltsam. Und auch als ich an den Rhein gezogen bin, blieben wir zunächst noch in Kontakt, der aber bald einschlief. Wir trafen uns gelegentlich auf Partys, zuletzt beim Public Viewing zur WM im eigenen Land.

Erst kürzlich habe ich dann durch Facebook wieder von ihr gehört. Letzte Woche haben wir sogar ein bisschen gesprochen und rumgewitzelt, dass sie mir Niederländisch beibringt und wir eine WG in Amsterdam gründen.

Am Samstag wollte sie zur Love Parade, hatte sich schon lange drauf gefreut. Zurück kam sie nicht…

Der maltesische Handballnationalspieler

September 17, 2009 - 1:04 pm 1 Comment

Kurz vorweg: Gestern hat sich auf dem Parkplatz vor meinem Fenster, hinter einem Auto ein älterer Herr eine andere Hose angezogen. Er stand unten ohne mitten in der Gegend rum. Einfach so. Am helllichten Tag. Die spinnen die Dänen…

Aber zu meinem eigentlichen Thema. Ich habe mich Gestern mit einem waschechten Nationalspieler unterhalten. Handball. Aus Malta. Als er nach Aalborg gekommen ist, hat er nach einem Verein gesucht, weil er weiter spielen wollte. Am Telefon hat sich dann der Trainer eines Teams fast überschlagen und wollte, dass Gilbert (so heißt das maltesische Ausnahmetalent) am besten sofort vorbei käme. Erstes Team natürlich.

Nun hat Malta ein paar Einwohner mehr als Bochum auf einem Gebiet, das ungefähr dem von München entspricht. Und Handball ist da im Süden auch nicht wirklich Volkssport. Gilbert meint, dass er sehr begeistert ist, am Ligabetrieb in Dänemark teilzunehmen. Das sind zwei völlig unterschiedliche Welten. Hier seien es mehr als nur 4 Teams in der Liga. Außerdem gäbe es hier richtige Auswärtsfahrten, die Spiele finden nicht alle in der gleichen Halle statt.
Bei 52 Handballspielern in Malta ist es dann eben auch nicht allzu unwahrscheinlich mal in den 14er Kader der Nationalmannschaft berufen zu werden.

All das hat er dem Trainer natürlich nicht erzählt. Dieser hat den Malteser auch nach dem ersten Training in die 3. Mannschaft gesteckt. Da waren alle beteiligten froh drüber.