Archive for the ‘Sprachspaß’ Category

Die Sprache der Wikinger

Mai 11, 2010 - 10:54 pm 1 Comment

Nächsten Dienstag habe ich mein finales Dänisch Examen (das schriftliche zumindest, mündlich folgt ein paar Wochen später). Da werde ich, bzw. mein Dänisch mit Schulnoten bewertet und ich bekomme eine Urkunde ausgestellt.

Mir fallen immer mal wieder Wörter auf, die einem Deutschen merkwürdig vorkommen. Also mir zumindest. Ich möchte hier mal ein paar Beispiele nennen…

  • Seddel, dem deutschen Zettel nicht unähnlich, wird hier meist für Geldschein gebraucht.
  • Cowboybukser sind Jeans, aber ich glaube das hab ich schonmal hier erwähnt…
  • Klunker sind nicht etwa fette Diamanten, sondern Klöten, Eier oder Nüsse
  • Ledig wird selten auf den Familienstand bezogen, sondern heißt generell frei und steht etwa an Parkhäusern.
  • Bejer, das gesprochen wird wie Bayer, ist ein anderes Wort für Bier. Ein Håndbejer ist eine Flasche Bier.
  • Lekker beschreibt selten etwas Essbares sondern meist gutaussehende Menschen.
  • Sommerfugl, das fast klingt wie Sommer-Vogel und genau das auch wörtlich übersetzt heißt, ist ein Schmetterling.

Davon gab’s noch ein paar Beispiele mehr, die sind mir allerdings grad entfallen. Ich reiche nach. Versprochen.

Vorurteile und Gleichstellung

Mai 9, 2010 - 1:51 pm No Comments

Manchmal ist es toll, wie sich Vorurteile bestätigen. Kürzlich beim Dänischkurs sollten wir ohne groß zu überlegen, das aufschreiben was uns als erstes zu einem Wort einfällt. Das Wort lautete: Gleichstellung (Ligestilling)

Während ich auf den Geschlechterkampf eingegangen bin, kam aus der Russlandfraktion etwas zum Lohnniveau. Das schönste war aber von José dem Argentinier zu hören. Fußball. Es gehe schließlich um einen Kampf unter gleichen Bedingungen für beide Seiten.
Grandios.

Schicht am Schacht

Januar 19, 2010 - 2:13 pm 2 Comments

Ruhr.2010Kürzlich von mir an ein Nachrichtenmagazin meines Vertrauens gemailt:

Ich komme aus dem Ruhrgebiet und zwar aus Herten, Europas ehemals größter Bergbaustadt (gemessen an der Fördermenge). Mein Opa war am Pütt unter anderem Ausbilder, mein Vater und seine Brüder haben einen Großteil ihres Lebens untertage verbracht. Bei uns am Telefon wurde häufiger mit "Glück auf!" geantwortet als mit "Hallo!".

Mit diesem Hintergrund schmerzt es mir regelmäßig in Augen und Ohren wenn ich lese/höre, dass jemand "Schicht im Schacht" macht oder hat. Auch Ruhrdeutsch will gelernt sein. Schicht wird am(!) Schacht gemacht und nicht darin.

Aber warum? Schicht, wurde synonym zum Ende der Arbeitszeit benutzt und nicht nur, wie ja eigentlich üblich, für die Arbeitszeit als solche. Schicht kann der Knappe also machen, Schicht kann aber auch sein. Schacht allerdings, und das ist der Knackpunkt, ist der 'Aufzug' in dem die Bergleute anfahren, also zu ihrem Arbeitsplatz gelangen, der ja nunmal beim Bergbau, das liegt in der Natur der Sache, recht tief unten liegt. Da die Bergleute sich für ihre Arbeit in Dienstkleidung schälen müssen, kommen sie also früher zum Bergwerk als die eigentliche Arbeitszeit beginnt. Diese nämlich, tatarata, beginnt und endet an diesem Aufzug. Und nicht irgendwann während der Fahrt, sondern übertage, also am Eingang.
Also: Schicht am Schacht.

Ich fürchte im kommenden Jahr werde ich noch häufiger Kopfschmerzen bekommen, helft diese zu vermeiden! :)

God Jul – Frohe Weihnacht

Dezember 24, 2009 - 12:12 pm No Comments

Im dänischen gibt es ein tolles Wort: Hygge. Das kann keiner so richtig übersetzen, aber es ist von Grund auf positiv und gesellig. Julehygge beschreibt eine gemütliche und schöne Weihnachtszeit (so inetwa). Die wünsche ich auf diesem Wege mal pauschal allen. Macht nicht zu viel Geschenkepanik, genießt die Feiertage, habt eine gute Zeit und kommt gut in ein gutes neues Jahr.

Oktoberfest in Aalborg 2009

Oktober 24, 2009 - 3:56 pm No Comments

Klopf, klopf, klopf! Gestern war hier in der Uni wieder Oktoberfest. Sprich: Tiroler Musik von einer dänischen Blaskapelle. Die Texte bestehen aus deutschen Worten und dänischer Grammatik. Dazu gibt es Literkrüge (aus Plastik) mit Carlsberg und es wird tüchtig “Prost!” gerufen. Und gesungen:

Wir prosten mit unser Freunden und den der wir kennen.
Und den der wir nicht kennen, den prosten wir mit.

Später spielte die Band noch “Paradise City” von den Guns’N'Roses mit folgendem Text:

Nimm mir mit nach Nordrhein Westfalen
Wo der Gras ist grün und die Mädchen sind dünn.
Geh mit mir!

Die Band heißt übrigens Vejgaard Tårnblæserlaug, Rudi Völler ist nach wie vor mit dabei. Grandios. Deren Motto ist übrigens “øl, visse og hornmusik”. Das ist sowas wie ein geflügeltes Wort in Dänemark für eine richtig gute Party. Wörtlich: Bier, Möse und Hornmusik.
Außerdem ist es mir zum ersten Mal passiert, dass ich von Dänen auf Deutsch angesprochen wurde, ohne dass sie um meine Nationalität wussten.

Edit:
Eine Exil-Genossin hat ähnliche Erfahrung gemacht. Hier ihr Bericht.

La cuisine d’allemagne

August 8, 2009 - 3:59 pm 2 Comments

„Hallo Karsten, ich sitze hier gerade in Regensburg in einem Restaurant und der Kellner kann kein Englisch. Kannst Du mir bitte die Speisekarte übersetzen?“
Am Telefon war ein französischer Kollege. Der hat dann versucht ein Gericht nach dem anderen auszusprechen (teilweise mit buchstabieren) und sich von mir erklären lassen, was das denn so ist.

Das ist gar nicht mal so leicht, es handelt sich hier ja doch schon um ein gewissen Fachjargon.

  • Matjesfilet nach Hausfrauenart?
    Ja, äh, Fisch.
  • Schweinemedaillions in Pfifferlinggeschnezeltem?
    Naja, Schwein mit Pilzen.
  • Sauerbraten?
    Also das ist Pferd. Meistens.Glaube ich.
  • Semmelknödel?
    Da wusste ich das englische Wort sogar, kannte er aber nicht. Und mit Schnitzel konnte er anscheinend auch nicht wirklich viel anfangen…

Und das nicht nur bei drei oder vier Gerichten, der wollte tatsächlich die ganze Karte übersetzt haben. Nach 20 Minuten hab ich protestiert. Aber da waren nur noch zwei übrig. Die haben wir dann auch noch geklärt. Anschließend kam von ihm: „Toll, Danke. Welches soll ich denn nehmen?“
Da hab ich aufgelegt…

Dänische Laute

Juli 21, 2009 - 10:15 am No Comments

Mein italienischer Freund Luca hat ein neues Video gemacht. Letztes Jahr gings um die Ähnlichkeit dänischer Wörter und wie schwierig diese auszusprechen sind. Diesmal geht’s um Laute, die Dänen so von sich geben. Das will ich natürlich niemandem vorenthalten…

Übrigens soll ich viele Grüße vom „stolzen Spaghettifresser“ (O-Ton, der Macher) bestellen.