Archive for the ‘Sprachspaß’ Category

Rümpelkammer umgetauft

Oktober 21, 2008 - 4:15 pm No Comments

Ich habe soeben den Titel dieses Blogs geändert. Ab sofort läuft er unter “Butterbrot Geschichten”, inklusive cooler Wikingerbuchstaben. Passt thematisch besser, wie ich finde, da sich der Großteil meiner Einträge hier eben um mein Leben im dänischen Exil drehen.

Da ich gerade auf einen anderen Server umziehe, könnte sich auch das äußere Erscheinungsbild in naher Zukunft ändern. Also nicht erschrecken.

Jeg taler lidt dansk

September 19, 2008 - 8:19 am 3 Comments

Gestern hatte ich mal wieder meinen Dänischkurs. Wir haben Montag einen kleinen Text schreiben und abgeben müssen, den gab’s korrigiert zurück…
Was soll ich sagen, ich bin ein Vollidiot.

Ich bin nicht so arrogant zu glauben, dass ich nach 3 Wochen Dänisch schon ein halber Muttersprachler bin. Aber die Fehler die ich da größtenteils gemacht habe, waren schon selten dämlich. Recht viele Grammatikfehler nämlich.
Und zwar hab ich da die dänischen Vokabeln mit einem englischen Satzbau verquirlt. Falsch. Hätte ich den deutschen genommen, wäre das richtig. Sprich: Ich denke beim Dänisch lernen nicht deutsch, sondern englisch. Das ist nicht nur bekloppt sondern auch besorgniserregend.

Auf der anderen Seite glaubt mir in letzter Zeit keiner mehr, dass ich Deutscher bin. Meine Bitte englisch mit mir zu sprechen, weil mein Dänisch nicht gut genug ist, wird meist lächelnd ignoriert. Zumindest beim ersten Versuch. Es kommt sogar immer häufiger vor, dass mir Leute bestätigen, ich hätte einen dänischen Akzent in meinem Englisch.

Die spinnen, die… äh… alle!

Jeg har ikke børn!

September 1, 2008 - 9:33 am 2 Comments

Am Mittwoch hat mein Dänischkurs angefangen. Eeeendlich. War ganz ulkig. Wir sitzen da bei Anne, und versuchen nachzuplappern was die so an die Tafel schreibt. Und da ist mir auch mal so richtig aufgefallen, welche Vorteile ich als Deutschsprachler da so habe. War so ziemlich der einzige der nicht nachfragen musste was „arbejder“ wohl bedeuten könnte. To work. Ach so.

Wir kamen schnell zu dem Satz: Hvad taler Du? (Welche Sprache sprichst Du?)
Und natürlich wollte jeder den Dänischen Ausdruck für seine Sprachen wissen. Da kam einiges zusammen: Englisch (der kleinste gemeinsame Teiler), Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Arabisch, Hindu, Chinesisch, Slowakisch, Tschechisch… und natürlich Deutsch.

Insgesamt haben wir die ersten Sätze für einen Smalltalk in den Kneipen der Stadt gelernt. Inklusive ich habe keine Kinder (Überschrift).
Also das wichtigste zuerst. :D

Prag 2; Die goldene Stadt

Juni 29, 2008 - 12:12 pm No Comments

Prag ist schon ganz cool. Hat mich jetzt nicht so fasziniert, wie anscheinend alle anderen, aber nett ist’s da schon. Ich finde die Währung übelst verwirrend. Hab mich gerade an die dänischen Kronen gewöhnt. Umrechnungskurs ist ungefähr 7,5 Kronen sind ein Euro. Und dann plötzlich tschechische Kronen. 3 davon sind eine dänische oder fast 25 davon sind ein Euro.
Das ist zu viel für mein kleines Köpfchen.

In der U-Bahn ist uns aufgefallen, dass verschiedene Haltestellen gekennzeichnet sind. Es gibt Park & Ride oder Behindertengerechte Stationen. An einigen stand auch „Kiss & Ride“. Was das sein mag, konnten wir nicht abschließend klären, alles weitere bleibt der dreckigen Phantasie der verehrten Leserschaft überlassen.

Mit dem englischen Wort für ‚tschechisch‘ kann man lustige Wortspiele machen. Und mit anderen Ländern auch. Hier unsere Ergebnisse:

  • Can you check that?
    No, I will Slowak it.
  • Are you hungry?
    No, I’m Austrian.
  • Can you finish this?
    No, I will Norway it.
  • Can you polish that?
    No, I will Dutch it.

Jaja, geht schon nix über einen richtig lahmen Wortwitz. :)

Ciao Ragazzi!

Mai 27, 2008 - 12:56 am 1 Comment

Bei dem Kurs letztens habe ich meinen italienischen Nachbarn Rocco kennengelernt. Der kam vorhin plötzlich vorbei und hat mich auf eine Abschiedsparty von italienischen Austauschstudenten geschleppt.

Im einen Moment sitze ich noch zuhause und gucke Friends und nicht viel später stehe ich plötzlich mitten in einem Studentenwohnheim am anderen Ende der Stadt umringt von Italienern. Okay, zwei Franzosen, ein Spanier und zwei Portugiesen waren auch da. Der Großteil aber hat italienisch gesprochen. Ich erwähne gar nicht mehr, dass mich alle für einen Dänen gehalten haben.

Irgendwann hab ich mich mit dem Onkel von dem einen, der verabschiedet wurde, unterhalten. Natürlich konnte der nichts außer italienisch. Das war das erste Gespräch meines Lebens mit Dolmetschern. Total beknackt.
Er konnte jedenfalls meinen Namen nicht aussprechen und merken sowieso nicht. Ich bin dann jetzt übrigens Carlo. Aber trotzdem hätte ich den Frings damals nicht verpetzt!

Der Tag danach

Mai 25, 2008 - 8:50 pm No Comments

Eine Stadt in Katerstimmung. Heute war den ganzen Tag nichts los. Als ich Abends nochmal in der Stadt war, um mir einen HotDog zu holen, waren es nicht mehr als eine handvoll Spaziergänger. Und Müll. Eine Menge Müll. Überall. Bin gespannt, wann die Stadtreinigung die Arbeit wieder aufnimmt, das Wochenende ist wohl heilig bei denen…

Beim HotDog Laden hat die freundliche Bedienung auf meine englische Frage zunächst in dänisch geantwortet und wenige englische Sätze später fragte sie auf deutsch: „Sag mal, bist Du Deutscher?!“
Soviel zu meiner Nationalen-Identitätskrise

Deutscher. Ich. Tatsächlich.

Mai 21, 2008 - 11:57 pm 2 Comments

Als ich im Februar meinem damaligen Gruppenleiter erzählt habe, dass ich ins Ausland gehe, hat er mir prophezeit, dass ich nach ein paar Monaten merken würde, wie deutsch ich bin. So richtig hab ich’s nicht geglaubt.
Jetzt bin ich 2½ Monate hier… und glaube es. Niemals hätte ich auch nur in Erwägung gezogen zu denken, wie sehr ich mich als deutscher benehme und auch selbst sehe.

  • Ständig warte ich irgendwo auf irgendwelche Leute. Ich bin ja deutscher. Ich bin pünktlich.
  • Bei dem Kurs letzte Woche, war ich der einzige (von über 50 Teilnehmern!) mit Ordner. Ich bin ja deutscher. Ich halte Ordnung.

In besagtem Kurs hat mir übrigens auch ein Däne folgenden Singsang beigebracht, eine Grammatikhilfe.

Durch, für, zu, ohne, wieder, um.
Kannst Du nicht die Akkusative, bist Du wirklich dumm.

Sachen gibt’s.

Heute meinte allerdings einer von unserem Projekt, der mich vor 2 Monaten kennengelernt hat und gerade zum Meeting hier in Aalborg ist, dass ich ruhiger geworden sei. “Anscheinend färbt Dänemark auf Dich ab.” – sollte mir das Gedanken machen?!