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Tiefschläge des Älterwerdens

November 5, 2010 - 3:58 pm 1 Comment

Noch bevor alle Silvesterraketen in den Himmel schießen, werde ich 32. Das ist hart. Aber eigentlich auch nicht. Denn eigentlich geht’s mir irgendwo knapp unterhalb des Rückens vorbei.
Eigentlich.

In letzter Zeit jedoch wird mein Alter ungewöhnlich häufig Thematisiert. Das ist hart. Liegt aber hauptsächlich an zwei Tatsachen. Das Gros der Leute in meinem Bekanntenkreis hier in Aalborg ist jünger als ich. Wenn ich mal die Arbeit ausklammere, fällt mir gerade sogar niemand ein, der älter ist als ich. Die meisten sind sogar bedeutend jünger als ich. Internationale Studenten sind meist so zwischen 21 und 23 Jahren. Das ist dann schon ein unterschied.

Dazu kommt, dass ich halt ein Milchgesicht bin. Viele sehen mich erschrocken an, wenn ich mein wahres Alter verrate. Meist sage ich zunächst 17, aber das nimmt mir keiner ab. Wieso auch immer. Das mache ich seit meinem 20. Geburtstag. Damals ging das noch Problemlos.
Allerdings kann ich damit protzen mir in den 70er Jahren in die Hosen gemacht zu haben. Dagegen kann keiner anstinken.

Zuletzt ist jedenfalls mein alter ein paarmal in Relation gesetzt worden. Das schlimmste hat eine Freundin aus Australien letztens gesagt. Selbst keine von den Internationalen Studenten, aber anscheinend doch ein ganzes Stück jünger…

„Mir ist gerade aufgefallen, als Du geboren wurdest, kannten sich meine Eltern noch gar nicht.“

Das tut weh.

Das Alter hat eine harte Rechte

Februar 24, 2010 - 12:53 pm 3 Comments

Brille und ich Seit langem wollte ich mal zum Augenarzt gehen. Und weil ich, besonders jetzt im Winter, immer so trockene Augen habe, hab ich mich mal um einen Termin gekümmert. Nun ist Dänemark ja unterversorgt was Mediziner angeht. Dementsprechend hatte der Augenarzt eine Wartezeit von etwas über einem halben Jahr. Ein Träumchen. Die Sprechstundenhilfe selbst hat mir empfohlen, dass ich mal zu einem Optiker in der Stadt gehen solle. Plötzlich wurde mir klar, wieso gefühlt jeder zweite Laden hier mit Brillen zu tun hat.

Dort habe ich jedenfalls eine ganze Menge interessanter Dinge erfahren: Ich bin Rechtsäugig. Ich habe 150% Sehkraft. Ich könnte ein bisschen „Power“ für die Kurzstrecke gebrauchen. Ergo: Lesebrille. 1,5 und 1,25 sind wohl meine Werte. Nach einigem Suchen (Wir Prinzessinnen sind nunmal wählerisch) habe ich sogar ein Gestell gefunden, dass mir zusagt, bzw. mit dem ich nicht komplett dämlich aussehe. War die billigste in dem Regal und mit Abstand das günstigste, was mir mein Dienstleister vorgeschlagen hat. Trotzdem, alles in allem kr4200 (ca. 600€). Schön. Vermutlich war ich bim teuersten Optiker der Welt. Oder wurde einfach nur über den Leisten gezogen…

Der Arbeitgeber, so wurde mir gesagt, gibt unter Umständen allerdings etwas dazu. Die Umstände sind: Der Kollege vom Arbeitsschutz guckt sich Deinen Arbeitsplatz an und unterschreibt Dir dann einen Wisch, wenn er einverstanden ist. Der war gestern hier. Lustiger Kerl. Kam rein und meinte: Bei so einem Arbeitsplatz hätte ich auch Probleme. Stuhl höher, Monitor näher ran (70cm zu den Augen), Tastatur sowieso und „Wieso ist der Tisch eigentlich so niedrig? Mach den mal höher!“ – Rumschrauben findet er aber wohl blöd und so bekomme ich am Freitag einen neuen schicken elektrischen Tisch. Dann kann ich auch mal im stehen arbeiten. Cool.

Heute Morgen hab ich dann jetzt meine Brille abgeholt und jetzt gerade sitze ich hier und versuche mich an das Ding auf der Nase zu gewöhnen. Haben andere ja auch geschafft. Fühlt sich aber merkwürdig an, weil ich schon meinen brasilianischen Bürokollegen nur noch verschwommen sehe.
Ich werde alt. Ach nein, bin ich ja schon…

Dänemarks Altstadt

September 22, 2009 - 7:22 pm Kommentare deaktiviert

Am Samstag waren wir in Århus, ungefähr 120km südlich von hier. Dänemarks zweitgrößte Stadt – ca. 240.000 Einwohner, etwas weniger als Gelsenkirchen. Dort gibt es ein Freiluftmuseum:
Den Gamle By (die alte Stadt)

Das ist ein Dorf mit sehr alten Häusern, die alle original sind. Diese sind dann teilweise mit originalen Möbeln ausgestattet und so. Sehr hübsch. Das besondere daran ist, das die Häuser zwar alle original sind, aber eben nicht die Stadt. Die haben Häuser original in ganz Dänemark abgebaut und Stein für Stein in Århus wieder original aufgebaut. Merkwürdig, aber das Ergebnis ist echt hübsch. Und original.