Missionar in Blau und Weiß
Champions League Spiele kann ich in Kneipen gucken. Mit Freunden. Und Kaltgetränken. Und wenn die Schalker dann noch dabei sind, freu ich mich besonders, denn im Ausland ohne PayTV kann ich die Spiele der Blauen eher mäßig verfolgen (Rückblende). Und dann läuft’s diese Saison ja auch gar nicht so schlecht…
Jetzt ist Schalke auf der internationalen Bildfläche zwar nicht so richtig unbekannt, aber auch kein leuchtender Stern. Und weil ich nur selten mit Deutschen hier rumhänge, bin ich auch oft der einzige der jubelt, wenn der Herr Bundes-Neuer mal wieder einen 100% hält. Doch ich habe einen Trick gefunden, andere dazu zu bringen mit mir zu jubeln: Bestechung.
Aber natürlich besteche ich nicht irgendwie. Ich habe meinem Mexikaner schon vor dem Valencia Rückspiel versprochen, dass wir uns zusammen betrinken, wenn Schalke die Champions League gewinnt. Noch am gleichen Abend hat sich der Fanbestand verdreifacht. Neben mir gab’s da plötzlich eine gute Freundin aus Australien, die so gerade die Grundregeln vom Fußball versteht, und eben jenen Mexikaner, der sich während eines Spiels lieber gemütlich hinter seinem Bier irgendwelchen Mobilfunktelefonspielen widmet. Und das zieht ziemlich Kreise. Inzwischen ist halb Aalborg zu glühende Schalke-Anhängern geworden.
Speziell seit ja jetzt keine Italiener mehr im Turnier sind.
Davon unabhängig bekomme ich zur Zeit nach jedem Champions League Spiel eine Nachricht von dieser heißen Madrilenin, die ich mal ein Semester erfolglos angebaggert habe. Sie freut sich so, dass ihr Raúl auf Schalke so erfolgreich ist und dass die Leute ihn so mögen.
Ja, freu ich mich auch. Der Raúl ist halt ein geiler Hund.