Auf der Suche nach der kleinen Meerjungfrau
Über Ostern war ich ja in Kopenhagen, der Hauptstadt der Dänen. Wahrzeichen und eigentlich sogar Symbol für ganz Dänemark ist die kleine Meerjungfrau. War mir nicht so bewusst, bevor ich her gezogen bin, ist aber anscheinend so. Die kleine Meerjungfrau, das ist in erster Linie natürlich das Märchen von Hans Christian Andersen (später von Disney zu Arielle verzerrt), aber in diesem Fall geht’s natürlich um eine Statue im Hafen Kopenhagens.
Nun sagt jeder, der sie mal gesehen hat, dass er den Wirbel um die Statue nicht verstehe. Tonnen von Touristen pilgern jeden Tag dorthin und sehen eine kleine nackte Dame auf einem Fels sitzen. Die ist wohl tatsächlich nur gut einen halben Meter hoch.
Nun wohne ich schon seit über 2 Jahren in Dänemark und hab sie noch nicht gesehen. Das muss nachgeholt werden, dachte ich. Doch die kleine Meerjungfrau hat anscheinend Angst vor mir und ist geflüchtet.
In China ist gerade (oder ab jetzt bald) Expo und laut dem zuständigen Architekten war die original Statue für den dänischen Pavillon unabdingbar. Da wo sie normalerweise saß, wechseln sich nun Chinesen mit sitzen und fotografieren ab. Und demnächst gibt’s wohl auch Objekte von chinesischen Künstlern. Als ich da war, am 1. April nämlich, gab’s allerdings nichts als ein Loch.
Und Chinesen und Fotoapparate natürlich.
Endlich ist es soweit. Endlich weiß ich, wie mein Name auf Chinesisch geschrieben würde/wird/werden könnte. So nämlich wie hier rechts. Ich bin jetzt nicht nur ein deutlich glücklicherer Mensch, sondern werde auch gleich beim hiesigen Tätowierer anrufen und einen Termin machen. Chinesische Schriftzeichen gehören tätowiert, das weiß jeder. Mindestens quer über den Rücken. Oder aber auf Oberarme, Füße und Nacken. Von allen Freunden und Bekanten erwarte ich als Liebesbeweis natürlich das gleiche. Dafür verschenke ich auch Tätowiergutscheine zu Weihnachten. Plötzlich ist das Leben schön. Endlich.