Posts Tagged ‘deutsch’

Deutsch als Fremdsprache

August 24, 2010 - 7:02 pm 1 Comment

In der letzten Woche war ich auf einer Konferenz. Es war spannend und interessant und ich hab viel gelernt. Neben Fachlichem sogar eine neue Facette an mir selbst.
In der Regel spreche ich recht wenig deutsch. Ich chatte mit Hulaboy Bob, telefoniere gelegentlich mit Familie und Freunden und das war’s dann auch schon, Kontakt mit Deutschsprachlern hab ich hier in DK fast keinen. Das finde ich aber auch nicht schlimm, deutsche kenn ich ja schon genug. Allerdings führt das dazu, dass ich gelegentlich im Chatfenster etwas englisches schreibe oder am Telefon Sätze auf Englisch anfangen will. Fast nie kommt das Ausländische dann durch meine internen Kontrollen oder beim Empfänger an, trotzdem ist’s befremdlich.

Wenn’s allerdings so konzentriert kommt, wie bei der Konferenz zuletzt, ist einiges anders. So saß ich da beim Abendessen etwa plötzlich neben einem Österreicher. Wir haben dann ein wenig deutsch gesprochen, aber irgendwie fühlte sich das komisch an. Nach einer kleinen Pause im Gespräch (was beim Essen ja mal passieren kann), wechselten wir sogar unabsichtlich ins englische. Er (studiert in Kopenhagen) hat das gleiche Problem.

Total beknackt…

Schicht am Schacht

Januar 19, 2010 - 2:13 pm 2 Comments

Ruhr.2010Kürzlich von mir an ein Nachrichtenmagazin meines Vertrauens gemailt:

Ich komme aus dem Ruhrgebiet und zwar aus Herten, Europas ehemals größter Bergbaustadt (gemessen an der Fördermenge). Mein Opa war am Pütt unter anderem Ausbilder, mein Vater und seine Brüder haben einen Großteil ihres Lebens untertage verbracht. Bei uns am Telefon wurde häufiger mit "Glück auf!" geantwortet als mit "Hallo!".

Mit diesem Hintergrund schmerzt es mir regelmäßig in Augen und Ohren wenn ich lese/höre, dass jemand "Schicht im Schacht" macht oder hat. Auch Ruhrdeutsch will gelernt sein. Schicht wird am(!) Schacht gemacht und nicht darin.

Aber warum? Schicht, wurde synonym zum Ende der Arbeitszeit benutzt und nicht nur, wie ja eigentlich üblich, für die Arbeitszeit als solche. Schicht kann der Knappe also machen, Schicht kann aber auch sein. Schacht allerdings, und das ist der Knackpunkt, ist der 'Aufzug' in dem die Bergleute anfahren, also zu ihrem Arbeitsplatz gelangen, der ja nunmal beim Bergbau, das liegt in der Natur der Sache, recht tief unten liegt. Da die Bergleute sich für ihre Arbeit in Dienstkleidung schälen müssen, kommen sie also früher zum Bergwerk als die eigentliche Arbeitszeit beginnt. Diese nämlich, tatarata, beginnt und endet an diesem Aufzug. Und nicht irgendwann während der Fahrt, sondern übertage, also am Eingang.
Also: Schicht am Schacht.

Ich fürchte im kommenden Jahr werde ich noch häufiger Kopfschmerzen bekommen, helft diese zu vermeiden! :)

Oktoberfest in Aalborg 2009

Oktober 24, 2009 - 3:56 pm No Comments

Klopf, klopf, klopf! Gestern war hier in der Uni wieder Oktoberfest. Sprich: Tiroler Musik von einer dänischen Blaskapelle. Die Texte bestehen aus deutschen Worten und dänischer Grammatik. Dazu gibt es Literkrüge (aus Plastik) mit Carlsberg und es wird tüchtig “Prost!” gerufen. Und gesungen:

Wir prosten mit unser Freunden und den der wir kennen.
Und den der wir nicht kennen, den prosten wir mit.

Später spielte die Band noch “Paradise City” von den Guns’N'Roses mit folgendem Text:

Nimm mir mit nach Nordrhein Westfalen
Wo der Gras ist grün und die Mädchen sind dünn.
Geh mit mir!

Die Band heißt übrigens Vejgaard Tårnblæserlaug, Rudi Völler ist nach wie vor mit dabei. Grandios. Deren Motto ist übrigens “øl, visse og hornmusik”. Das ist sowas wie ein geflügeltes Wort in Dänemark für eine richtig gute Party. Wörtlich: Bier, Möse und Hornmusik.
Außerdem ist es mir zum ersten Mal passiert, dass ich von Dänen auf Deutsch angesprochen wurde, ohne dass sie um meine Nationalität wussten.

Edit:
Eine Exil-Genossin hat ähnliche Erfahrung gemacht. Hier ihr Bericht.