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Ein Schnitzel für den Spitzel

Oktober 25, 2011 - 10:28 pm No Comments

Weil ich ja hier öffentlich über meine katastrophale Ernährung gelästert habe, dachte ich, da lässt sich ja vielleicht schonmal punktuell was ausbessern. Und wenn’s nur um den gemeinschaftlichen Gedanken geht.

Deutschland als solches ist ja für einiges bekannt, nicht wirklich aber für seine kulinarischen Spezialitäten. Sehen wir der Wahrheit ins Auge, wir essen nicht gerade spektakulär im internationalen Vergleich. Zusätzlich ist der Unterschied zwischen einer guten Mahlzeit aus Deutschland oder Dänemark relativ gering. Aber da gibt es eine Sache, da freue ich mich jedes Mal drauf, wenn ich in die Heimat fahre. Schnitzel. Das mag profan klingen, aber sowas gibt’s hier halt nicht.
Zumindest war das so.
Bis heute…
Wir haben nämlich ein Schnitzelrestaurant entdeckt!

Die Karte ist recht übersichtlich: Sieben verschiedene Schnitzel (darunter Wiener- und Ziegeunerschnitzel), eine Gulaschsuppe als Vorspeise und Früchte als Nachtisch. Mit einem Getränk haben wir, wir waren zu viert, jeder 27€ bezahlt. Nicht sehr teuer für dänische Verhältnisse, aber auch nicht günstig. Jedenfalls war’s lecker.

Anschließend hat uns der Besitzer noch erklärt wie es dazu kam. Er meinte, dass man in Dänemark immer zu zwei Dritteln Grünzeug bekäme und nur ein Drittel der Portion wäre Fleisch. Das sei in Ungarn umgekehrt und offensichtlich viel besser. Also wollten die sowas importieren.
Respekt.

Du bist was Du isst

Oktober 16, 2011 - 7:12 am No Comments

In meinem ja inzwischen nicht mehr allzukurzem Leben habe ich mich nicht immer gut ernährt. Aber wohl selten so schlecht wie zur Zeit. Mein ganzer Fokus liegt auf meiner Abschlussarbeit. Dafür vernachlässige ich mich selbst leider bisschen. Schlimm ist, dass das auch noch relativ bewusst geschieht. Sehenden Auges, sozusagen.

An mindestens 5 Tagen die Woche esse ich Pizza oder Burger. Das ist nicht schön. Das schmeckt auch inzwischen nicht mehr toll. Das ist nur damit ich nicht vom Stuhl kippe.
Selbst kochen… vermutlich so ein Mal alle zwei Wochen. Das ist traurig. Trauriger ist, dass ich dann sogar fast immer das gleiche koche. Meine preisgekrönten Pasta in Tomatensoße. Trotzdem. Mein Mitbewohner lacht mich schon aus.

Allerdings gibt es auch zwei Lichtblicke bei mir: Zum einen hab ich jeden Tag ein richtiges Frühstück. Drei Brötchen. Wichtigste Mahlzeit des Tages, sagt der Volksmund nähmlich auch. Und zum anderen gibt es in der Stadt so eine Salatbar, bei der ich mich oft eindecke. In der Uni steht das Dressing. Zwei bis drei Mal die Woche gibt’s also auch Grünzeug.

Alles in allem ernähre ich mich aber natürlich katastrophal und einseitig und was es sonst noch schlimmes gibt. Auch wenn ich mir keine Gedanken über meine Figur oder sowas mache, so weiß ich doch, dass das unglaublich ungesund ist, was ich meinem Körper gerade antue. Mir fehlt leider gerade die Energie das zu ändern. Allerdings verspreche ich hiermit feierlich das zu ändern, sobald (bzw: falls) ich mal fertig bin!

Heute ist Blog Action Day. Ich nehme jedes Jahr teil: 2008, 2009 und 2010.

Der große Lauf

August 26, 2011 - 5:42 pm No Comments

Gestern war ein großer Lauf hier, bei dem sich Firmen anmelden konnten. Als sie gehört haben, dass gegrillt wird und es Wein gäbe, konnte ich sogar ein paar von meinen Kollegen überreden mitzumachen. Aber leider nicht bei der 5x5km Staffel, wie alle, sondern bei dem 5x5km Manschaftsgehen. Mir war die Teilnahme wichtiger als der Sport, darum hab mich dem Olympischen Gedanken verschrieben. Unser erklärtes Ziel war es zwar irgendwie dabei zu sein, aber nicht wirklich teilzunehmen. Kurz vor dem Lauf waren wir noch bei einem Supermarkt und haben allerhand Süßigkeiten gekauft. In unserem Basislager wurde der Rucksack dann aufgefüllt mit dem was aus dem gesponserten Verpflegungspaket sinnvoll erschien. Eine Tüte Chips, Wein aus der Box (superlecker anscheinend, fast so gut wie warmes abgestandenes Bier, wie mir mehrfach versichert wurde) und eine Masse an Bierdosen.

Nachdem wir in unseren hübschen Shirts in grell-hell-grün (sagt man Lemone dazu?) im vorderen Drittel des Feldes gestartet sind, haben mir mit unserer ersten Pause sogar ganze 400m gewartet. Wein einschenken, Bierdosen rauskramen, Fotos machen… nur das wichtigste eben. Zu dem Zeitpunkt hatten wir die rote Laterne schon inne.
Kurz vor Vollendung des dritten Kilometers haben meine australische Kollegin und ich sogar abgekürzt. Unseren Zeitvorteil haben wir durch eine aktive Regenerationsphase genutzt. Es gab Weingummis, während wir im Gras auf den Rest unserer Mannschaft gewartet haben.

Auf der Zielgeraden wurden wir dann noch von einem anderen Team knapp überholt. Weil wir für ein Foto posieren mussten. Schlussendlich sind wir mit der fabelzeit von einer Stunde und fast drei Minuten für fünf Kilomenter offiziell Vorletzter geworden. Und stolz drauf.
Das haben wir dann an einer Würstchenbude gefeiert. Das eigentlich versprochene Grillfest wurde nämlich abgesagt, weil statt der 150 geplanten Teilnehmer plötzlich 400 von unserer Uni da waren. War auch lecker.

Hier hab ich unsere Rute übrigens mal mitgeschnitten. Man achte auf den Maximalpuls von ganzen 116 Schlägen pro Minute. Da muss mir wohl gerade jemand was lustiges erzählt haben oder so. Geschwitzt hab ich jedenfalls nicht. In unserem Team war ich auch der einzige in Turnschuhen.

Mexikanischer Unabhängigkeitstag

September 14, 2010 - 9:16 am 2 Comments

Am 16. September ist Nationalfeiertag in Mexiko (Día de la Independencia) dieses Jahr sogar der zweihundertste. Am Vorabend wird eigentlich gefeiert, da Mittwoche meine Mexikaner aber alle verplant waren, wurde das ganze auf Gestern vorverlegt. Das Vorfeiern Unglück bringt ist eine Deutsche Geschichte, das habe ich schon häufiger gemerkt.

Jedenfalls war ich Gestern Teil eines Mexikanischen Abendessens. Es gab Chilaquiles. Im Prinzip sind das Tortilla-Chips mit einer scharfen Tomatensoße, ein Stück scharfem Hühnchen und etwas Schafskäse (vermutlich im Original vom Esel). Dazu noch die Spezialität aus Oaxaca, dem Heimatort des Gastgebers: Grashüpfer (nur ganz kleine, “wenn sie gross werden schmecken sie bitter”) und Würmer.
Mjam, mjam.

Vorher gab’s noch dieses höllisch scharfe Zeug, dass alle mal probieren mussten (quasi ein mexikanischer Schwanzvergleich). Du mussst Deinen kleinen Finger ganz leicht in die Kappe dieser Flasche tunken (die übrigens mit Warnungen vollgedruckt war), so dass ein kleiner Tropfen hängen bleibt. Den reibst Du Dir dann auf die Zunge und versuchst die folgende Stunde zu überleben. Als Lebensrettende Sofortmaßnahme gab’s Milch (klassisch) und Salz (war mir neu, lutschen hilft aber anscheinend). Dieses Zeug hat nichtmal einen Namen, es handelt sich dabei lediglich um ein Extrakt mit einem Chili-Schärfegrad von einer Million SCU (nur zum Vergleich: Tabasco hat 2500 bis 5000)…

Ich habe überlebt. Würmer, Grashüpfer und eine brennende Mundhöhle.
Ich bin ein ganzer Mann!

SuperBowl XLIV

Februar 10, 2010 - 11:33 am No Comments

Nach einer durchwachsenen Saison meiner Jets, die sie versehentlich und nur sehr knapp in die PlayOffs führte und nach zwei fulminanten Siegen erst im Halbfinale endete, gab es vergangenen Sonntag das große Endspiel, die oder den SuperBowl. Die Colts aus Indianapolis gegen die Saints aus New Orleans.

Die Colts haben einen der besten Quaterbacks überhaupt („Eine Klasse für sich!“) und waren der Favorit, wenn auch nicht sehr deutlich. Die Saints auf der anderen Seite haben nämlich ihrerseits auch einen ziemlich guten Spielmacher (u.a. Wurfquotenrekord) und auch wenn sie noch nie etwas gewonnen haben, spielten sie für eine ganze Region, die nämlich, die noch immer mit den Folgen des Katrina Hurrikans kämpft.
Nun, das Ergebnis ist ja vermutlich bekannt, der Karneval in New Orleans hat eine Woche früher angefangen, weil die Saints nach einem schwachen ersten Viertel gespielt hat wie der Teufel und der Coach ein gewitzter Taktiker ist.

Soviel zum Spiel. Aber, typisch amerikanisch, gehört ja das Drumherum mindestens genauso dazu. Zum ersten Mal in meinem Leben (und ich gucke Football seit nun ungefähr 15 Jahren), wurde ich zu einer SuperBowl Party eingeladen. Falsch, zum zweiten Mal. Letztes Jahr nämlich auch schon, da konnte ich aber nicht, weil ich krank war. Und sowieso hab ich von den letzten SuperBowls nicht viele gesehen, weil die sowas ja auf einen Sonntag legen müssen und ich in der Vergangenheit am Montag drauf immer etwas nicht verschiebbares hatte (Klausur, Meeting, Abgabe, etc.).

Janne, eine frisch promovierte Kollegin lud zur American Super Night. Es gab Spareribs, Fritten und Coleslaw. Und als wir mit dem Essen gegen 11 fertig waren und uns ins Wohnzimmer rollten, mussten wir nur noch 1,5 Stunden mit langweiligen Vorberichten und Werbeunterbrechungen im 3 Minutentackt über uns ergehen lassen. Ich war übrigens der einzige nicht-Däne, dementsprechend interessant war das dänische TV Programm.

Der erste fing an zu Schnarchen, da war es noch eine halbe Stunde bis zum Spiel, der Rest blieb mehr oder weniger wach bis zum Schluss. Die Halbzeit-Show mit The Who war sehr verwirrend, weil Bild und Ton etwa eine halbe Minute auseinander waren.
Nach dem wirklich spannenden Spiel setzte ich mich in meine Fahrgemeinschaft und lag gegen 5 im Bett. Um 10:30 Uhr hatte ich einen Termin mit meinen Studenten, den ich auch pünktlich und frisch und aktiv wahrnahm. Direkt danach war mein Akku aber auch schon wieder leer, also lag ich so um 13 Uhr schon wieder im Bett. Tja, wird wohl einer am Wochenende nacharbeiten dürfen. Aber was soll ich sagen, ich hatte einen tollen Abend, das war’s wert!

Braune Soße

Oktober 13, 2009 - 2:34 pm 1 Comment

Vorhin waren wir in der Kantine. Unsere Türkische Austauschstudentin zeigte plötzlich in diesen Topf und fragt mich was das sei. “Na, braune Soße!”, ich hab die Frage gar nicht verstanden. Darauf hat sie nachgehakt, was denn da drin sei und so weiter. Ich war recht verdutzt und hab erklärt, dass das eben braune Soße ist.
“Fett und so eben, braune Soße halt.”

Blöde Frage. Naja, im Nachhinein ist mir dann aufgegangen, dass nur weil’s die zuhause immer gibt und weil’s die hier immer gibt, das vermutlich nicht zwangsläufig bedeutet, dass es die überall immer gibt. Ich hab mich auch entschuldigt. Aber in dem Moment war’s ein bisschen als fragte sie was dieses Ding da sei, das wir Bleistift nennen…

Die Dänen nennen sie übrigens auch “braune Soße” oder “Großmutters Soße”. Jetzt wisst’a bescheid!

La cuisine d’allemagne

August 8, 2009 - 3:59 pm 2 Comments

„Hallo Karsten, ich sitze hier gerade in Regensburg in einem Restaurant und der Kellner kann kein Englisch. Kannst Du mir bitte die Speisekarte übersetzen?“
Am Telefon war ein französischer Kollege. Der hat dann versucht ein Gericht nach dem anderen auszusprechen (teilweise mit buchstabieren) und sich von mir erklären lassen, was das denn so ist.

Das ist gar nicht mal so leicht, es handelt sich hier ja doch schon um ein gewissen Fachjargon.

  • Matjesfilet nach Hausfrauenart?
    Ja, äh, Fisch.
  • Schweinemedaillions in Pfifferlinggeschnezeltem?
    Naja, Schwein mit Pilzen.
  • Sauerbraten?
    Also das ist Pferd. Meistens.Glaube ich.
  • Semmelknödel?
    Da wusste ich das englische Wort sogar, kannte er aber nicht. Und mit Schnitzel konnte er anscheinend auch nicht wirklich viel anfangen…

Und das nicht nur bei drei oder vier Gerichten, der wollte tatsächlich die ganze Karte übersetzt haben. Nach 20 Minuten hab ich protestiert. Aber da waren nur noch zwei übrig. Die haben wir dann auch noch geklärt. Anschließend kam von ihm: „Toll, Danke. Welches soll ich denn nehmen?“
Da hab ich aufgelegt…