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Weihnachtsodyssee

Januar 6, 2011 - 12:44 pm No Comments

Ich hatte ja mit einem Schneesturm gerechnet, allerdings weiter nördlich. Letzlich fegte der Schnee durch Norddeutschland statt durch Norddänemark. Die Auswirkungen auf meinen Reiseweg waren allerdings grob die gleichen…

Extra früh bin ich zum Flughafen hier in Aalborg, damit mein Gepäck auch mit kommt. Obwohl ich als Notreserve einen Satz Unterwäsche und Ladekabel für meine Telefone im Handgepäck hatte. Das Flugzeug hatte dann dennoch zwei Stunden Verspätung. Beim Einsteigen ins Flugzeug hab ich meinen Koffer allerdings sehen können. Er wurde kurze Zeit später verladen.

In Kopenhagen bin ich dann natürlich auch zu spät gelandet. Und zwar genau zu der Zeit, zu der meine Anschlussmaschine hätte abheben sollen, 21:05. Die Stewardess meinte, ich solle mir keine großen Sorgen machen, der Flug sei sicher auch verspätet, dennoch war mir unwohl.
Das klärte sich vor der Anzeigetafel allerdings schnell. Neben einer Abflugzeit, die sich alle 20 Minuten änderte, stand da nämlich auch: „Wait for Info“

Um Mitternacht durften wir dann schließlich ins Flugzeug. Der Pilot empfing uns mit den Worten, dass wir eine Ausnahmegenehmigung hätten und in Düsseldorf trotz Nachtlandeverbot landen dürfen, er würde sich auch beeilen und wir flögen nur 55 Minuten. Zuvor müssen wir allerdings noch schnell zum Enteisen.
Dieses Enteisen ist ein normaler Prozess, der an jedem Flughafen der Welt bei entsprechender Witterung durchgeführt wird. Eis oder Schnee auf Tragflächen oder sonstwo beeinträchtigt die Flugeigenschaften zu stark. Dauerte dann auch nur eine Dreiviertelstunde.

Während des Flugs meldete sich der Pilot dann nochmal und erklärte, dass es sich bei der Ausnahmegenehmigung um eine Fehlinformation handelte und wir jetzt Richtung Köln unterwegs seien. Etwas später meldete sich der gute erneut zu Wort und vermeldete, dass der Flughafen Köln/Bonn gerade geschlossen wurde und wir jetzt so lange achten fliegen, bis die dort unten die Landebahn frei geräumt haben. Das dauerte auch nichtmal eine Stunde.
Als gute Nachricht verkündete er aber auch noch, dass es Shuttlebusse zum Düsseldorfer Flughafen gäbe.

Um drei Uhr am Morgen des Heiligen Abends sind wir dann gelandet. Und während wir so an dem Gepäckband stehen und auf die Koffer warten, gab es eine Durchsage: „Anscheinend wurde ihnen gesagt, dass es Shuttlebusse gäbe. Dem ist nicht so. Der Nahverkehr befindet sich allerdings direkt nebenan.“
Und dann kamen die Koffer. Recht viele. Sogar deutlich mehr als Leute warteten. Nur meiner nicht…
Die S-Bahn von Köln nach Düsseldorf brauchte nur gut eine Stunde. Dafür war das recht unterhaltsam, da sass ich nämlich mit einer weiteren Exildänin und dreien aus Schweden, alle aus dem gleichen Flugzeug. In Düsseldorf sollte ich kurz umsteigen. Inzwischen war es 6 Uhr und mein Zug stand sogar da, allerdings mit verschlossenen Türen und ohne Licht. Etwa 20 Minuten nachdem der Zug hätte abfahren sollen, gab es eine Durchsage, dass die Abfahrt sich um 10-15 Minuten verzögere, da das Boardpersonal nicht da wäre. Weitere 20 Minuten später bin ich dann in einen anderen Zug gestiegen, der mich zu meinem Ziel bringen sollte. Langsamer, aber immerhin fuhr der.

Um kurz vor acht, konnte mich dann mein Vater am Bahnhof in Wanne-Eickel endlich in Empfang nehmen, statt um 23:30 am Vorabend. Er hatte eine Schneeschaufel im Kofferraum, die Verhältnisse waren ziemlich extrem.
Lang schlafen konnte ich ja trotzdem nicht. Die Läden schließen um 13 Uhr und weil mein Koffer nicht da war, musste ich mich ja durch den Schnee kämpfen. Ein paar Sätze Unterwäsche kaufen, sowie ein paar Hemden, so dass ich Weihnachten nicht komplett in meinen ausgebeulten Reiseklamotten verbringen musste. Natürlich waren auch noch Geschenke in dem Koffer, aber davon musste ich mich erstmal verabschieden.

Das Gepäck kam dann mit kaum merkbaren fünf Tagen Verspätung an. Meine Neffen hat’s gefreut, Weihnachten nach Weihnachten. Mir persönlich ist für’s erste die Lust am Fliegen vergangen…

Ein Italienurlaub beginnt

Juli 15, 2009 - 1:14 pm No Comments

Ich mag ein von Vorurteilen zerfressener Hornochse sein, aber manchmal ist es schön zuzusehen, wie alles aufgeht. Diesen Artikel hab ich am 4. Juli gegen 21 Uhr am Flughafen in Mailand geschrieben…

Der Plan war ganz einfach: Von meinem Projekttreffen in Prag fliege ich direkt nach Mailand, wo ich erst das gemietete Auto abhole und kurz darauf meinen chilenischen Reisegefährten. Doch erstens kommt es anders und zweitens ist Italien involviert. Das hat nämlich so eine Aura, die Planung unmöglich macht.

Ich komme jedenfalls hier an und merke, dass ich in dem alten Terminal bin. Der neue, der wo der Autovermieter meiner Wahl sitzt, ist etwa 10 Busminuten entfernt. Dort erfahre ich dann, dass bei der Buchung etwas (vermutlich nicht ganz ohne meine Mithilfe) schief gegangen ist. Der Wagen war 2 Tage zu wenig gebucht. Und ich müsse ja auch noch die Straßengebühr bezahlen. Also nochmal 150€ drauf. Dafür gab’s dem Anlass angemessen einen Fiat Panda. In Gelb.

In eben diesem ging es dann zurück zum „Terminal 2“, einer sporadischen und verwirrenden Beschilderung folgend. Die Parkplatzsuche dauerte ewig. Italienische Tafeln voll mit Text liegen mir nicht. Ich zahle jetzt ein vermögen für 2 Stunden. Mehr Euro-Münzen hab ich gerade nicht dabei.

In der Zwischenzeit erhalte ich diverse SMS aus Kopenhagen. Zuerst wurde das Gepäck verwechselt, dann verloren, jetzt aber vielleicht wieder gefunden, man fliegt einfach erst mal los. Das wird wohl eine lange Nacht an einem mickrigen Flughafenterminal der in einer Sauna untergebracht zu sein scheint.
Fast würde ich wetten, dass die das Auto noch abschleppen…