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Deutscher Besuch zum Karneval

Juni 10, 2010 - 2:44 pm 1 Comment

Gruppenbild an Karneval in Aalborg 2010Karneval stand vor der Tür und dieses Mal wollte mich mein Lieblingsgrieche doch tatsächlich besuchen kommen. Als ich ihn vom Parkplatz abholen wollte, stand da allerdings plötzlich mein heimatlicher Freundeskreis und spielte Fußball im Regen, vier Leute mehr als erwartet. Sie eröffneten mir, dass ich mal meine Sachen packen soll, ich wohne nämlich bis zu meiner Abreise zur Taufe mit denen in dem Ferienhäuschen an der Küste. Die hatten alles dabei, was ein Rudel Deutscher in einem dänischen Sommerhaus zum überleben braucht: Eine Zapfanlage, 50 Liter Bier und eine ganze Herde an Grillfleisch.

Am Abend wollte ich denen natürlich kurz unsere Stadt und die Kneipen zeigen. Das ist leider etwas ausgeufert und weil wir morgens vor’m Karneval zum Frühstück verabredet waren (das hat Tradition!), musste ich die Jungs nach viel zu wenig Schlaf aus den Betten jagen. Von dem großen Blonden abgesehen, der eh schon wach und geduscht war, halten mir das auch alle bis zum heutigen Tag vor. Der Karneval geriet für das verkaterte Volk zu einem Überlebenskampf, ich hatte trotzdem meinen Spaß.

Nachmittags haben wir uns dann getrennt. Die älteren Herren mussten ins Bett, während ich noch ein paar Stündchen weiter gefeiert habe. Irgendwann bin ich nachhause, dezent fertig, kurz nach dem Strafstoß vom Poldi eingepennt und pünktlich zum Dänischen Beitrag beim Schlager Grand Prix wieder aufgewacht.
Ich möchte nicht protzen, aber Lena hat die 12 Punkte aus Dänemark vermutlich fast ausschließlich mir zu verdanken. Ich habe 3(!) SMS geschickt und das, obwohl ich für jede einzelne zusätzlich zu den Netzgebühren noch eine Krone berappen musste. Und das sind abgerundet immerhin 13 Cent. Dennoch hat sie sich aber übrigens bisher noch zu keinem Dankesschreiben in meine Richtung aufraffen können…

Der Rest der Zeit mit den Jungs war recht angenehm, auch wenn ich früh aus den Federn musste, um mein Arbeitspensum nicht komplett zu versauen. Viel gegrillt, viel Fußball an der xBox und einmal sogar ein bisschen durch die Gegend gefahren um Skagen und eine Wanderdüne zu sehen. Aber guckt doch einfach in die Fotos.

Grillfest, Nachtrag

Juni 29, 2009 - 12:33 pm No Comments

Ich bin da noch eine Anekdote schuldig, was meinen deutschen Grillabend angeht…
Am Vorabend waren wir aus. Als ich um halb 5 am Morgen Heim kam, dachte ich an das Rezept für den Kartoffelsalat. Morgens zubereiten, so dass er gut ziehen kann. Ich hab angefangen zu rechnen und gedacht, wenn ich schlafen ginge, würde ich vor‘m Mittag schon nicht anfangen Kartoffeln zu schälen.

Da ich genug Cola intus hatte und es längst Taghell draußen war habe ich also munter angefangen. Um kurz nach 6 stellte ich die fertige Schüssel (die ich mir in der Nacht sogar noch vom Nachbarn geliehen habe) dann in den Kühlschrank und trat meinen Matratzenhorchdienst an.

Alle haben gesagt ich sei wahnsinnig, aber wenn die Kartoffeln doch ziehen müssen!

Hier übrigens die Bilder.
Eingeladen hab ich mit diesem Stück.

Deutsches Grillfest

Juni 22, 2009 - 9:52 am 2 Comments

Grillen auf dem Dach Gestern war der längste Tag des Jahres. Hier in Aalborg war die Sonne präzise 17 Stunden, 53 Minuten und 58 Sekunden lang am Himmel. Also offiziell. Und auch tatsächlich war das Wetter von einer kurzen Tiefgrauphase am Nachmittag abgesehen, ziemlich toll. Passte ganz gut, denn ich hatte einen Deutschen Abend auf unserer Dachterasse angesetzt.
Das Motto: Grillwürstchen.

Ich hatte gute Bratwürste aus Deutschland mitgebracht, den guten Gewürz Ketchup mit der grünen Kappe, scharfen Senf und eine Kiste ‘Radler’. Außerdem hab ich das beste Rezept für Kartoffelsalat erhalten (von Muttern, versteht sich) und mich zum ersten Mal daran versucht. Es war ein bisschen salzig, hat aber keinen gestört. Vielleicht waren sie aber auch nur höflich. Zumindest haben sie aufgegessen. Auch das „komische deutsche Bier“ hat allen gut geschmeckt.

Irgendwann haben die Italiener sogar eingelenkt, dass das italienische Wort „Würstel“ (wie auch immer die das schreiben mögen) vielleicht doch eigentlich aus dem deutschen kommt und nicht umgekehrt.
Den Senf fanden alle zu scharf, nur die beiden Mexikaner nicht.

Um den Abend abzurunden habe ich nur deutschsprachige Musik gespielt. Die kennen immer alle nur Rammstein und Tokyo Hotel, da versuche ich zu argumentieren, dass wir gute deutsche Musik für uns behalten und nur den Müll exportieren. Ich hatte also Gelegenheit zu beweisen, dass u.a. mit den Ärzten, den Helden und den Fantas auch Deutsche in der Lage sind in ihrer Sprache für gute Musik zu sorgen.

Alles in allem, toller Abend. Ich würde es sogar fast als Außenpolitischen Erfolg darstellen und habe ein bisschen Angst vor einem Besuch vom Steinmeier…

Dänischkursabschlussgrillen

Juni 18, 2009 - 1:32 pm No Comments

Zuerstmal das wichtigste: Ich hab bestanden. Meinen Dänischtest. Ich musste beide Schreibtests bestehen und 3 von 4 Leseaufgaben. Ich habe beide Schreibtests bestanden und 3 von 4 Leseaufgaben. Einmal 2 von 6 Punkten, der Rest war alles volle Punktzahl. Ich hab mich so gefreut, da hab ich unserer Dänischlehrerin versprochen, dass ich im Sommer übe.

Gestern waren wir vom Dänischkurs nämlich bei Ihr eingeladen. Haben ein bisschen gegrillt und so. Jeder sollte etwas aus seiner Heimat mitbringen. Ich hatte Nürnberger und den Gewürzketchup mit der grünen Kappe. Da gab’s ein paar merkwürdige Dinge. Eine Slowakin hat Strudel mitgebracht. Eine Philippinin hatte Spaghetti dabei. Hat keiner wirklich verstanden.

Dann war da noch diese kleine zierliche Chinesin, die Fisch dabei hatte. „Vorsicht, sehr scharf!“ – is klar. Ich natürlich erstmal eine gute Gabel davon rein gefahren und munter drauf rumgekaut. Gerade war ich dabei zu überlegen, ob das überhaupt nach irgendwas schmeckt, da seh ich unsere Lehrerin das Gesicht verziehen, als ob gerade Flammen aus dem Mund kommen. Aber noch bevor ich wirklich dazu komme mich zu wundern, explodiert mein Rachen.
Lektion: Wenn Dir jemand aus einem fremden Kulturkreis sagt, dass etwas sehr Scharf ist: Glauben!

Den Rest des Abends (ca. 2 Stunden) hat besagte Chinesin übrigens an einer Dose Bier genuckelt. Irgendwann ist sie nach Hause gegangen, deutlich angetüdelt. Ich hab mir hinterher die Dose mal angesehen, da fehlte maximal ein bis zwei Pinnchen.
Lektion: Asiaten vertragen nix.

Der Sohn (11) unserer Lehrerin saß übrigens mit am Tisch. Der hat sich königlich über unsere holprigen Gehversuche im Dänischen amüsiert.
Die Philippinin mit den Spaghetti hat übrigens heute einen schweren Kopf von dem Schnaps aus Litauen.