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Jovanotti, am Nabel der Welt

Mai 9, 2011 - 12:13 pm No Comments

Anfang der 90er Jahre haben wir Kabelfernsehen bekommen. Wann immer möglich, habe ich dann MTV angemacht. Man muss sich das mal vorstellen, damals lief auf MTV noch größtenteils Musik! Es war in einer Zeit vor Viva, in der wir Europäer aber immerhin unseren eigenen Kanal bekommen haben: MTV Europe. In die stark Britisch orientierte Musikauswahl haben sich immer mal wieder das ein oder andere Lied aus dem Sendebereich auf dem Festland verirrt. So hab ich etwa die Héroes del Silencio aus Spanien oder Die Fantastischen Vier aus Deutschland zum ersten Mal gehört. Aber sowas war eher die Ausnahme, das meiste war Britisch oder Amerikanisch.

Ein weiterer Künstler, den ich damals kennengelernt habe, ist ein Italienischer Rapper: Jovanotti. Die beiden Lieder „Serenata Rap“ und „L’Ombelico Del Mondo“ haben sich in mein Hirn gebrannt. Damals war ich sofort Fan.
Viele Jahre später komme ich nach Dänemark, treffe viele Italiener und als wir uns mal über Musik unterhielten, konnte ich sogar immer noch die eine Zeile zitieren: Affacciati alla finestra amore mio!
Direkt haben wir verabredet, dass sobald er wieder auf Tour kommt, gehen wir da hin. Nun, das war letztes Wochenende. Und wir in Mantova, zwei Stunden von Mailand entfernt Richtung Nordosten.

Jovanotti hat anscheinend eine lange Karriere hingelegt, mit einigen parallelen zu den Fantas in Deutschland. Sogar der Tanzstil ist dem von Smudo nicht unähnlich. Auch die Musik ist deutlich elektronischer geworden und manchmal singt er mehr als das er rappt.
Aber das hab ich eigentlich erst während des Konzerts rausgefunden. Zu Beginn kannte ich genau vier Stücke, wovon er zwei nichtmal gespielt hat. Und drei, die wir auf dem Weg in die Halle gehört haben, die CD haben wir erst kurz zuvor gekauft. “Ora”, ziemlich cool, wie ich finde. Größter Hit: “Tutto L’Amore Che Ho”. Dass ich vermutlich der einzige in der Halle war, der kein Italienisch sprach, versteht sich von selbst. Und trotzdem war das Konzert der Knaller.

Musik von Jovanotti hier zu verlinken ist aus vielerlei Gründen gar nicht so einfach. Darum verweise ich mal auf seinen YouTube Kanal und die offizielle Seite. Hoffentlich funktioniert irgendwas.

Natürlich sind wir aber nicht nur kurz zum Konzert und zurück. Wir haben eine Mini-3-Tage-Tour und gut 800km in einem Panda hingelegt, waren in Ispra, Bologna und Mantova. Haben ein paar Freunde endlich mal wieder getroffen, gut gegessen und die Sonne ein bisschen genossen. Das ganze Wochenende war grandios.

Die Fotos von dem ganzen Trip gibt’s hier. Und noch ein kurzes Video, wie gut ich im Stein auf einen anderen Stein werfen bin…

Nationale Errungenschaften

April 2, 2011 - 3:14 pm No Comments

Alle protzen. Alle. Das ist ja auch nix neues. Besonders vor fremden immer gern:

  • Ich komme aus der größten…
  • Wir haben den ältesten…
  • Bei uns gibt es am meisten…
  • Blah blah blah…

Hier in diesen internationalen Kreisen gibt’s solche Gespräche recht häufig. Und natürlich weiß inzwischen jeder, dass ich aus Europas zweitgrößter Stadt ohne eigenen Bahnhof komme.
Meist sind solche Sachen dann auch Dinge, die im Gespräch untergehen. Aber gelegentlich gibt es Spezialfälle, wenn nämlich meint mit sowas protzen zu müssen. Haribo, so haben mir verschiedene Dänen schon versucht zu erklären, komme nämlich aus Dänemark. Es wird ja auch überall verkauft hier. Drei Wörter reichen da meist als Antwort: Hans Riegel, Bonn. Der Klugscheisser in mir tanzt dann eine halbe Stunde lang durch die Gegend.

Es gibt aber selbst darunter noch zwei Superprotzereien, die ich natürlich nicht für mich behalten kann/will…

  1. Vor 1½ Jahren ungefähr hat uns ein Franzose zu erklären versucht, dass Brot in Frankreich erfunden wurde.
  2. Just Gestern Abend hat ein Freund aus Italien darauf bestanden, dass Messer und Gabel von einem Italiener erfunden wurde.

Ich antwortete bei beiden Fällen mit gleichem Wortlaut. Dass Brot wie auch Essbesteck wohl schon im Gebrauch waren, lange bevor die Menschen den Afrikanischen Kontinent verließen, hab ich dabei wohlwollend außer Acht gelassen.
Meine Antwort: “Das mag ja sein, aber das Rad wurde von einem Deutschen erfunden!”

Italienrundreise, zweiter Teil

Oktober 21, 2009 - 7:07 pm No Comments

Eine Anleitung zum Händewaschen, ein Fiat Punto für 5, ein Straßensystem wie ein Teller Spaghetti, Hupen als Kommunikationsmittel, riiiesen Pizza, frieren in Süditalien, “der zweite Stock befindet sich im Keller”, italienisches Frühstück, Shuttle-Bus zur Kirche, Hochzeitstraditionen, die Ruinen einer Stadt der Antike am Fuße eines Vulkans (wer errät’s?), Selbstmörderkommando auf Rollern im neapolitanischen Feierabendverkehr, Mozzarella und Schinken, 30 Minuten für 10 Meter Liftlinie, allerlei Sehenswürdigkeiten von Papst und Römern, italienische Freunde (zu spät natürlich), Spaghetti Käse & Pfeffer, ‘Navi abgeben’ auf italienisch, 10,5 Deutsche gegen 8,5 Franzosen… und natürlich jede Menge Bilder.

SPQR – der Senat und die Menschen von Rom

Videoschnipsel

Juli 20, 2009 - 1:36 pm No Comments

Ein paar Kurzeinträge, nach Sendes’schem Vorbild

Lang lebe Tiziano
Während unserer Italienrundfahrt hatten wir Stück italienischer Pop-Kultur, das wir immer und immer wieder gehört haben. Die CD ist auf einem der Bilder. Es geht um schmalz Popper Tiziano Ferro. Jeder Italiener verdreht darauf hin die Augen. Aber das Lied ist ein echter Ohrwurm. Es gibt sogar eine englische Variante mit Kelly Rowland!
Zum Video.

20 Jahre Fanta4 in Stuttgart
Am kommenden Wochenende steigt das große Jubiläumskonzert der Fantastischen 4 in Stuttgart. Und ich bin dabei. Und ich freu mich schon.
Jetzt habe ich gefunden, dass die Fantas einen Video-Countdown machen. Manche sind sogar halbwegs unterhaltsam…
Zu den Videos.

Austauschstudenten Saisonende
Es ist wieder soweit, die Studenten, die aus ganz Europa kamen um hier ein paar Monate zu studieren (eigentlich: zu feiern) mussten zurück in ihre Heimatländer, -städte, -unis. Die meisten sind ziemlich traurig darüber. Für uns zurückgebliebenen heißt es: Im September geht das gleiche von vorne los.
Um mal einen Eindruck zu vermitteln hier zwei Videos. Das erste zeigt, wie sich italienische Austauschstudenten die Zeit vertreiben. Das zweite ist eine Diashow, die zeigt, was die Austauschstudenten hier so getrieben haben. Der Ausdruck „das beste Jahr meines Lebens“ ist inflationär zu lesen…
Zum ersten Video.
Zum zweiten Video.

Italienrundfahrt

Juli 16, 2009 - 10:37 am 1 Comment

Leonardos Marktplatz in Vigevano, kostenlose Umarmung von Forrest Gump in Mailand, Julias Brust in Verona, riiiesige Monsterfische in Ferrara, 10 Jahre zu spät in Rimini, Karten schreiben mitten im Gewitter in San Marino, ein Stadtführer mit Karte aber ohne Plan in Florenz, schiefe Türme und überdachte Bürgersteige in Bologna, 2m Pizza und die albernsten Fotoposen auf dem Miracoli-Platz in Pisa…

Dazu ein gelber Fiat Panda, viel Pizza, hunderte von Kirchen, italienischer Verkehr, deutsche Touristen und Spaß.

Hier die Bilder.
Details gibt’s auf Anfrage. :)

Ein Italienurlaub beginnt

Juli 15, 2009 - 1:14 pm No Comments

Ich mag ein von Vorurteilen zerfressener Hornochse sein, aber manchmal ist es schön zuzusehen, wie alles aufgeht. Diesen Artikel hab ich am 4. Juli gegen 21 Uhr am Flughafen in Mailand geschrieben…

Der Plan war ganz einfach: Von meinem Projekttreffen in Prag fliege ich direkt nach Mailand, wo ich erst das gemietete Auto abhole und kurz darauf meinen chilenischen Reisegefährten. Doch erstens kommt es anders und zweitens ist Italien involviert. Das hat nämlich so eine Aura, die Planung unmöglich macht.

Ich komme jedenfalls hier an und merke, dass ich in dem alten Terminal bin. Der neue, der wo der Autovermieter meiner Wahl sitzt, ist etwa 10 Busminuten entfernt. Dort erfahre ich dann, dass bei der Buchung etwas (vermutlich nicht ganz ohne meine Mithilfe) schief gegangen ist. Der Wagen war 2 Tage zu wenig gebucht. Und ich müsse ja auch noch die Straßengebühr bezahlen. Also nochmal 150€ drauf. Dafür gab’s dem Anlass angemessen einen Fiat Panda. In Gelb.

In eben diesem ging es dann zurück zum „Terminal 2“, einer sporadischen und verwirrenden Beschilderung folgend. Die Parkplatzsuche dauerte ewig. Italienische Tafeln voll mit Text liegen mir nicht. Ich zahle jetzt ein vermögen für 2 Stunden. Mehr Euro-Münzen hab ich gerade nicht dabei.

In der Zwischenzeit erhalte ich diverse SMS aus Kopenhagen. Zuerst wurde das Gepäck verwechselt, dann verloren, jetzt aber vielleicht wieder gefunden, man fliegt einfach erst mal los. Das wird wohl eine lange Nacht an einem mickrigen Flughafenterminal der in einer Sauna untergebracht zu sein scheint.
Fast würde ich wetten, dass die das Auto noch abschleppen…