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Oktuborgfest

Oktober 31, 2011 - 9:42 pm No Comments

Die beste Uni-Party des Jahres ist immer das Oktoberfest (2008, 2009 – zur Vermeidung der Wiederholungslangeweile habe ich 2010 hier nicht dokumentiert). Und eigentlich war’s auch dieses Jahr wieder so wie die letzten Jahre. Viel Spaß mit guten Freunden und merkwürdiger Musik. Der einzige Unterschied war, dass diesmal ein kleines Faltblatt mit Liedtexten verteilt wurde. Endlich konnte ich deren Trinklieder verstehen, die ja wortwörtlich aus dem dänischen übersetzt wurden.

Hier mein Favorit:

Jawohl, Jawohl, Jawohl,
Wir trinken Alkohol!
Wir haben keinen Wasser,
So wir trinken Alkohol.

Ab in den Süden

Oktober 4, 2011 - 9:02 pm No Comments

Mein chilenischer Busenkumpel hat seit dieser Woche einen neuen Arbeitgeber. Von der Uni zu einem Elektrogroßunternehmen. Sein Büro ist jetzt nicht mehr im Süden Aalborgs, sondern im Süden Dänemarks. Nämlich in Sønderborg.
Das liegt quasi auf der anderen Seite der Grenze von Flensburg und hat als Großbereich so viele Einwohner wie Herten. Ist aber, das muss ich neidlos anerkennen, wesentlich hübscher. Hat allerdings auch einen Hafen und Ostseestrand, das zieht immer.

Wir sind also Samstag mit fünf Leuten da runter. Der Umzug war relativ schnell gegessen. Wir konnten uns also voll auf die Einweihungsfeier konzentrieren. Inklusive grillen auf der riesen Dachterasse. Dann sind wir aus und wollten eigentlich auch gar nicht so lange bleiben…
Aber sowas funktioniert ja nie.

Wir sind dann inklusive Katerstimmung erst zum Mittag ins Auto gekommen. Wir hatten nämlich einen Ausflug nach Hamburg auf dem Programm. Schließlich spielte Schalke da am Nachmittag, und wenn wir schon mal so nahe dran sind…
Aus einer gemütlichen Tour durch die Stadt ist leider nur eine Dreiviertelstunde zwischen Jungfernstieg und Rathaus geworden, aber immerhin. Dann ab zum Stadion.

Hübsch ist’s, das darf ich als Semi-SanktPauli-Anhänger sagen. Als gute Gäste haben wir sogar artig bei der von den Ultras vorbereiteten Choreographie mitgemacht (Zettel hochhalten) und dem Masseur zum Geburtstag gratuliert. Außerdem hab ich’s geschafft einem Brasilianer, einem Chilenen, einem Griechen und einem Portugiesen ganze drei verschiedene Schalkelieder beizubringen. Da bin ich relativ stolz drauf. Und als die Blauen dann auch noch gewonnen haben… Hach, Auswärtssiege sind eine feine Sache.

Wir waren zwar erst mitten in der Nacht wieder zuhause, aber das ging schon okay.
Sowas nenn ich einen amtlichen Umzug. :)

Das Bierbar

März 21, 2011 - 7:32 pm 4 Comments

Auf der Jomfru-Ane-Gade, der Partymeile in Aalborg, gibt es seit vergangenem Wochenende einen neuen Club:
Das Bierbar – das besten afterski festen im Aalburg!

Nun hab ich mir schon ein paar Mal anhören müssen, dass das gegenseitige Berichtigen von grammatikalischen Fehlern wohl eine typisch deutsche Angelegenheit sei. Darum will ich mal über Namen und Slogan, bzw. deren Vergewaltigung der deutschen Sprache in ungepflegtem Däntsch (oder Deunisch?!) hinweg sehen.
Die Fehler sollen übrigens Absicht sein…

Viel schlimmer finde ich nämlich was dahinter steckt. Diese Aprés Ski Retorte in der es Musik von DJ Ötzi und dergleichen gibt, wie sonst nur auf Mallorca, ist nämlich ausdruck eines Trends, der in Dänemark schon einige Zeit anhält: Tirol ist toll.
Natürlich nehmen wir es da nicht so eng. Tiroler, dass sind, zumindest im dänischen Sinne, Deutsche. Und die trinken gutes deutsches Bier. Darum gibt es in besagter Bar auch Paulaner. Und Heinecken. Trachten tragen sowieso alle. Immer. Genauso wie einen Filzhut.

Hansi Hinterseer ist übrigens zur Zeit auf großer Dänemarktournee. Es gibt sogar zwei große Fan-Clubs, die sich gegenseitig bekriegen, wer die größeren Fans stellt.

In der Bar jedenfalls, kommt man sich tatsächlich fast ein bisschen vor wie in einer österreichischen Touristenfalle. Alles ist schick mit Holzvertäfelt, die Musik ist durchgehend mitgröhltauglich und die Kellnerinnen tragen Dirndl. Die Gäste (quasi ausnahmslos unter 20) tanzen irgendwie alle auf der Theke und versuchen sich der Reihe nach im jodeln.

Vielleicht ist es rauszuhören, aber ich bin spontan kein großer Fan. Ich verspreche aber noch ein zweites Mal hin zu gehen.

Happy Australia Day

Januar 29, 2011 - 4:48 pm No Comments

Letzten Mittwoch war Australia Day, der australische Nationalfeiertag. Eine australische Freundin wollte diesen Standesgemäß feiern und hat einen ganzen Stapel an Leuten eingeladen. Nach und nach sind sogar ein paar erschienen…

Nun standesgemäß, das bedeutet in erster Linie, dass es eine Art Countdown zum Feuerwerk gibt. In Australien verbringt man den Tag damit zu grillen, sich vollzustopfen, sich zu betrinken und sich auf’s Feuerwerk zu freuen. Außerdem hört der Australier als solcher dabei Musik: Der nationale Radiojugendsender (Triple J) veranstaltet die “Hottest 100″. Den ganzen Nachmittag werden dann die Lieder gespielt, die von den hörern als das heißeste wählten, was 2010 veröffentlich wurde. Meine Favoriten daraus sind “Radar Detector“, “iFly” und “Rapunzel” – die meisten Lieder kannte ich aber nicht. Und besonders die Top 3 fand ich eigentlich recht lahm.
Gegrillt haben wir zwar nicht, aber es gab Würstchen und Kuchen und einen Internetstream.

Standesgemäß bedeutet natürlich auch das ganze in Klamotten zu begehen, die dem Thema angemessen sind. Ich hatte das Trikot der Fußballnationalmannschaft Australiens an (auch, wenn man sich an dem Nationalfeiertag wohl eher für das Cricket Team interessiert), Shorts und als guter Deutscher natürlich weiße Tennissocken in meinen Badelatschen. Bei -3°C in Dänemark musste die Heizung tüchtig bollern, um das zu kompensieren…

Vor allem heißt standesgemäß aber sich nicht um Zeitverschiebung zu scheren. Unsere kleine Party begann also recht früh am Morgen. Genauer gesagt war ich um 4 Uhr Morgens vor Ort. Nationalfeiertage sind halt eine ernste Sache.

Knecht Ruprecht mit Flaschenöffner

November 6, 2010 - 6:54 pm 1 Comment

J-dag ist immer der erste Freitag im November in Dänemark. Das ‘J’ steht für Julebryg, also Weihnachtsbräu. Tuborg bringt jedes Jahr ein Weihnachtsbier (Alkohol: 5,6% vol) auf den Markt. Das gibt es dann auch nur für einen begrenzenten Zeitraum. Weihnachten eben. Jetzt bin ich der denkbar falscheste darüber zu berichten, aber ich hab mir sagen lassen, dass es süßer sei.
Osterbier gibt es übrigens auch.

Am J-dag wird ab 20:59 Uhr das Weihnachtsbier dann verkauft. Und das wird natürlich ordentlich gefeiert, weil heiß erwartet. Diese Feier nennt sich auch Schneesturm (‘snestorm’) oder Schneefall (‘snefald’) und es ist wirklich sowas wie ein Feiertag. Der biertrinkende Teil Dänemarks (und das sind grob so viele wie im Deutschen Raum) freut sich auf diesen Moment. Kneipen und Restaurants bieten HappyHours und Sonderangebote.

So voll wie Gestern hab ich’s so früh noch nicht in der Stadt erlebt. Allerdings ist das nicht nur Tuborg zuzuschreiben. Auch die größte Marke im Niedrigpreissegment (ich glaube das sagt man zu Billigbier, oder?!) hat sich tüchtig reingehängt: Royal. Es gab außerdem einiges an Werbegeschenken. Nur die blaue Weihnachtsmannmütze von Tuborg haben wir nicht ergattern können. Dabei wollten wir die unbedingt. Mist.

Hier ein paar Eindrücke. Alles vor 23 Uhr aufgenommen übrigens…

Und weil ich gerade so schön in Stimmung bin, wünsche ich Euch allen eine schöne Weihnachtszeit. Auch, wenn erst Anfang November ist.

Ein kleiner Reisebericht

April 6, 2010 - 1:40 pm No Comments

Hans Christian AndersenMittwochabend sind wir ausgegangen. Erst ein bisschen Fußball gucken, dann in das Studentenhaus, das ja Mittwochs immer so eine nette Kneipenstimmung hat und hinterher in eine Disko. So gegen 4:45 am Morgen dann ab nach Hause, packen, duschen, frühstücken und mit dem Taxi zum Flughafen, wo ich um 6:40 in die Hauptstadt geflogen bin. Also die hiesige: Kopenhagen.

Angekommen, kurz zu Antonio, meiner Übernachtungsgelegenheit und direkt wieder auf in die Innenstadt zum Stadtangucken. Das erste Foto von einer Kirche habe ich ungefähr um 11 gemacht. Abends so gegen 9 kamen dann die anderen beiden Aalborger nach und nach einem tollen Abendessen und einer Playstation-Tekken-Prügelei bin ich dann friedlich auf dem Gästebett eingepennt. So gegen 3 Uhr Nachts. Während wir am Folgetag noch Mittags los sind um was von der Stadt zu sehen (die ich ja zuvor schon komplett alleine abgegrast habe), haben wir uns die letzten beiden Tage mit Antonios PayTV um die Ohren gehauen. Das war meist Fußball, aber auch viel anderer Müll. Wir haben das Spiel ManU-Chelsea gefühlte 7 Mal gesehen.

Dafür sind wir abends aber natürlich unterwegs gewesen. Samstag Nach endete um 7. Und Sonntagabend haben wir direkt unser Gepäck mitgenommen, das Zeug am Bahnhof eingeschlossen und sind los gezogen. Fette Rippchen im Hard Rock Cafe und eine recht witzige Kneipentour bis 6, da öffneten die Schließfächer nämlich wieder und wir konnten uns auf den Weg zum Flughafen machen. In Aalborg haben wir dann schön den Bus verpasst und anstatt 58 Minuten zu warten, setzten wir uns in ein Taxi. Aufgewacht bin ich so gegen 4, Döner holen, schnell einen Film gucken und weiter schlafen.

Wünsche Frohe Ostern gehabt zu haben.
Fotos: Hier

SuperBowl XLIV

Februar 10, 2010 - 11:33 am No Comments

Nach einer durchwachsenen Saison meiner Jets, die sie versehentlich und nur sehr knapp in die PlayOffs führte und nach zwei fulminanten Siegen erst im Halbfinale endete, gab es vergangenen Sonntag das große Endspiel, die oder den SuperBowl. Die Colts aus Indianapolis gegen die Saints aus New Orleans.

Die Colts haben einen der besten Quaterbacks überhaupt („Eine Klasse für sich!“) und waren der Favorit, wenn auch nicht sehr deutlich. Die Saints auf der anderen Seite haben nämlich ihrerseits auch einen ziemlich guten Spielmacher (u.a. Wurfquotenrekord) und auch wenn sie noch nie etwas gewonnen haben, spielten sie für eine ganze Region, die nämlich, die noch immer mit den Folgen des Katrina Hurrikans kämpft.
Nun, das Ergebnis ist ja vermutlich bekannt, der Karneval in New Orleans hat eine Woche früher angefangen, weil die Saints nach einem schwachen ersten Viertel gespielt hat wie der Teufel und der Coach ein gewitzter Taktiker ist.

Soviel zum Spiel. Aber, typisch amerikanisch, gehört ja das Drumherum mindestens genauso dazu. Zum ersten Mal in meinem Leben (und ich gucke Football seit nun ungefähr 15 Jahren), wurde ich zu einer SuperBowl Party eingeladen. Falsch, zum zweiten Mal. Letztes Jahr nämlich auch schon, da konnte ich aber nicht, weil ich krank war. Und sowieso hab ich von den letzten SuperBowls nicht viele gesehen, weil die sowas ja auf einen Sonntag legen müssen und ich in der Vergangenheit am Montag drauf immer etwas nicht verschiebbares hatte (Klausur, Meeting, Abgabe, etc.).

Janne, eine frisch promovierte Kollegin lud zur American Super Night. Es gab Spareribs, Fritten und Coleslaw. Und als wir mit dem Essen gegen 11 fertig waren und uns ins Wohnzimmer rollten, mussten wir nur noch 1,5 Stunden mit langweiligen Vorberichten und Werbeunterbrechungen im 3 Minutentackt über uns ergehen lassen. Ich war übrigens der einzige nicht-Däne, dementsprechend interessant war das dänische TV Programm.

Der erste fing an zu Schnarchen, da war es noch eine halbe Stunde bis zum Spiel, der Rest blieb mehr oder weniger wach bis zum Schluss. Die Halbzeit-Show mit The Who war sehr verwirrend, weil Bild und Ton etwa eine halbe Minute auseinander waren.
Nach dem wirklich spannenden Spiel setzte ich mich in meine Fahrgemeinschaft und lag gegen 5 im Bett. Um 10:30 Uhr hatte ich einen Termin mit meinen Studenten, den ich auch pünktlich und frisch und aktiv wahrnahm. Direkt danach war mein Akku aber auch schon wieder leer, also lag ich so um 13 Uhr schon wieder im Bett. Tja, wird wohl einer am Wochenende nacharbeiten dürfen. Aber was soll ich sagen, ich hatte einen tollen Abend, das war’s wert!