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Fantastisch Stromlos

Juli 26, 2012 - 6:50 pm Kommentare deaktiviert

Vor drei Jahren war ich bei einem Stromausfall dabei, diesmal haben sie bewusst auf elektrische Verstärkung verzichtet. Aber fangen wir am Anfang an…

Ich war vermutlich so 13 oder 14 Jahre alt als ich anfing mich für MTV Unplugged zu begeistern. Wer’s nicht kennt, MTV schickt Größen der Populärmusik und lasst sie ein Konzert aufzeichnen, bei dem auf elektische Verstärkung verzichtet wird. Die ursprüngliche Idee war akustische statt E-Gitarren zu benutzen. Alle haben sie so ein Unplugged gespielt und ich saß jedes Mal wie gebannt vor dem Fernseher. Es gibt gute und schlechte, aber alle waren irgendwie besonders. Für Anfänger sei der Sampler Best of MTV Unplugged mit den herausragendsten Einzelstücken empfohlen.

Irgendwann schwappte das dann aus den USA nach Europa und Deutschland. Erst hat Herbert Grönemeyer sein Unplugged bekommen, dann die Fantastischen Vier, die Ärzte und viele weitere. In Deutschland überlebte der Unplugged Hype sogar, obwohl er in den Staaten kaum noch Beachtung gewinnt, ist es hier eine große Sache.

Ein Traum war’s immer mal bei einem solchen Konzert dabei zu sein. Am liebsten natürlich von einer Band, die ich gern mag. Blöd nur, dass die alle schon ihr Unplugged haben. Bis ich kürzlich davon erfahren habe, dass die Fantas ein zweites spielen, sozusagen eine Zugabe geben, 12 Jahre nach ihrem ersten Unplugged.

Da war ich ziemlich aus dem Häuschen. Irgendwann hab ich sogar vom Kartenverkauf erfahren. Und obwohl die 900 Plätze in 8 Minuten ausverkauft waren, hab ich zwei Tickets bekommen. Meine Schwester hat die Einladung angenommen und so waren wir dann Gestern im Sauerland in der Balver Höhle zur Aufzeichnung.

Das Konzert war schon sehr auf die Fernsehaufzeichnung fokussiert, aber trotzdem ziemlich cool. Details werden wir wohl erst auf der Aufnahme höhren. Die Stimmung war jedenfalls ausgezeichnet. Vier Zugaben haben sie sogar gespielt. Naja, Zugaben… die Aufnahmen waren halt nicht gut genug und mussten wiederholt werden. Aber was ist schon der Unterschied?!

Für mich ist ein Traum wahr geworden, so albern das klingt. Und vielleicht hört man uns ja sogar auf der Aufnahmemitklatschen oder sieht unsere Hände in der Hintergrundluft. Vom ZDF wurden wir vorher sogar auch noch interviewt. Das war aber nach unserer eigenen Einschätzung wenig gehaltvoll… ;)

Man kann die DVD sogar schon bestellen.

SuperBowl XLIV

Februar 10, 2010 - 11:33 am Kommentare deaktiviert

Nach einer durchwachsenen Saison meiner Jets, die sie versehentlich und nur sehr knapp in die PlayOffs führte und nach zwei fulminanten Siegen erst im Halbfinale endete, gab es vergangenen Sonntag das große Endspiel, die oder den SuperBowl. Die Colts aus Indianapolis gegen die Saints aus New Orleans.

Die Colts haben einen der besten Quaterbacks überhaupt („Eine Klasse für sich!“) und waren der Favorit, wenn auch nicht sehr deutlich. Die Saints auf der anderen Seite haben nämlich ihrerseits auch einen ziemlich guten Spielmacher (u.a. Wurfquotenrekord) und auch wenn sie noch nie etwas gewonnen haben, spielten sie für eine ganze Region, die nämlich, die noch immer mit den Folgen des Katrina Hurrikans kämpft.
Nun, das Ergebnis ist ja vermutlich bekannt, der Karneval in New Orleans hat eine Woche früher angefangen, weil die Saints nach einem schwachen ersten Viertel gespielt hat wie der Teufel und der Coach ein gewitzter Taktiker ist.

Soviel zum Spiel. Aber, typisch amerikanisch, gehört ja das Drumherum mindestens genauso dazu. Zum ersten Mal in meinem Leben (und ich gucke Football seit nun ungefähr 15 Jahren), wurde ich zu einer SuperBowl Party eingeladen. Falsch, zum zweiten Mal. Letztes Jahr nämlich auch schon, da konnte ich aber nicht, weil ich krank war. Und sowieso hab ich von den letzten SuperBowls nicht viele gesehen, weil die sowas ja auf einen Sonntag legen müssen und ich in der Vergangenheit am Montag drauf immer etwas nicht verschiebbares hatte (Klausur, Meeting, Abgabe, etc.).

Janne, eine frisch promovierte Kollegin lud zur American Super Night. Es gab Spareribs, Fritten und Coleslaw. Und als wir mit dem Essen gegen 11 fertig waren und uns ins Wohnzimmer rollten, mussten wir nur noch 1,5 Stunden mit langweiligen Vorberichten und Werbeunterbrechungen im 3 Minutentackt über uns ergehen lassen. Ich war übrigens der einzige nicht-Däne, dementsprechend interessant war das dänische TV Programm.

Der erste fing an zu Schnarchen, da war es noch eine halbe Stunde bis zum Spiel, der Rest blieb mehr oder weniger wach bis zum Schluss. Die Halbzeit-Show mit The Who war sehr verwirrend, weil Bild und Ton etwa eine halbe Minute auseinander waren.
Nach dem wirklich spannenden Spiel setzte ich mich in meine Fahrgemeinschaft und lag gegen 5 im Bett. Um 10:30 Uhr hatte ich einen Termin mit meinen Studenten, den ich auch pünktlich und frisch und aktiv wahrnahm. Direkt danach war mein Akku aber auch schon wieder leer, also lag ich so um 13 Uhr schon wieder im Bett. Tja, wird wohl einer am Wochenende nacharbeiten dürfen. Aber was soll ich sagen, ich hatte einen tollen Abend, das war’s wert!

Nachtschicht

August 12, 2009 - 9:08 am Kommentare deaktiviert

Gelegentlich kommt es vor, dass ich länger arbeiten muss als ich es gern täte. Aber so ist es eben, da nörgle ich auch gar nicht groß rum. Typischer Weise hole ich mir dann so gegen 7, 8 Uhr eine Pizza und gucke ein bis zwei Episoden irgendeiner Serie. Zur Ablenkung gewisser maßen. Läuft hinterher besser.

Zurzeit gucke ich die Big Bang Theory. Ist so eine Serie über ein paar Physiker, die seeehr starke Nerds sind. Ziemlich witzig.

Gestern war’s mal wieder so weit. Und wie ich so da sitze Pizza schmatzend und über die Fachidioten lachend, steht plötzlich jemand neben mir und sagt irgendwas. Nun ist es in Dänemark nicht üblich länger zu arbeiten. Die Dänen sind fleißig, aber auch pünktlich. Ab 5 bin ich eigentlich der einzige in diesem Gebäude (die meisten starten um 8). Abends rechne ich also nicht mit Menschen hier. Dementsprechend stark war der Schock über meinen plötzlichen Besucher…

War aber – natürlich – harmlos. Jeppe, ein studentischer Mitarbeiter darf in den Semesterferien mehr arbeiten als sonst und tut das auch. Ich hab ihn vorher noch nie gesehen, aber anscheinend war er einsam in seinem Büro (in einer komplett anderen Abteilung) und wurde von meinem lachen angelockt. Oder so. Jedenfalls kannte er die Serie auch und wir haben zusammen geguckt. Er ist genau so, wie man sich Informatiker vorstellt. Aber ganz nett. Wir gucken demnächst wieder.