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Der Amerikaner auf meiner Couch

Mai 24, 2011 - 1:11 pm Kommentare deaktiviert

Eric kommt aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Genauer aus Tennessee. Da kommen auch die berühmtesten beiden anderen Amerikaner her: Elvis und Jack.
Die Gegend aus der er kommt hat anscheinend die höchste Kriminalitätsrate in den USA. Außerdem gibt es wohl auch viele schwarze Ghettos. Und genau dem geltenden Klischee folgend spricht er auch. Heftiger Akzent, der sich für mich immer stark nach GangsaRapper anhört. Eric war auch der erste, der mich jemals “Dog!” nannte. Er erzählt jede Menge Unsinn, meist in einer Qualität, die mit klassischem Schulenglisch nicht viel gemein hat, und das viel und laut. Finde ich super. Erstaunt sind trotzdem alle, wenn er erklärt, dass er Literatur studiert.

Im letzten Jahr war Eric ein Semester lang Austauschstudent hier in Aalborg und wir ein paar Mal gemeinsam feiern. Der ist wahnsinnig, es war ziemlich lustig. Letzten Monat erreichte mich seine Nachricht, ob er nicht ein paar Tage bei mir pennen könnte, er mache gerade eine Europarundreise. Inzwischen haust er seit fast zwei Wochen in unserem Wohnzimmer und wir haben verdammt viel Spaß. Nach einer Woche hat er sogar schon erfolgreich die Luftmatratze fertig aufgeblasen.

Nun gibt es ja diverse Stereotypen wenn es um Leute aus den USA geht. Eric erfüllt sie alle. Wenn er zu Hause ist, läuft er fast ausschließlich in Unterhosen rum (oder im Bademantel), guckt den ganzen Tag irgendwelche Fernsehserien und ernährt sich quasi ausschließlich von HotDogs.

Wir verwirren uns gegenseitig mit dem Metrischen System und dem Krempel, dem die Amis da folgen. Es gibt da etwa ein Maß für Flüssigkeiten, das Cup (also Tasse) heißt. Ein Cup misst allerdings fast einen halben Liter. Also kann man sagen, dass ein amerikanischer Cup gut zwei deutsche Tassen sind. Immer wieder heiße ich ihn in unseren Unterhaltungen also im Metrischen System willkommen.
Übrigens gibt es ganze drei Länder auf diesem wunderschönen Planeten, die nicht im Metrischen System leben: Liberia, Myanmar und die USA.

Nachtrag:
Alles falsch! Ein Amerikanischer Cup sind genau 235ml, also inetwa so viel wie hier auch. Bei der Zubereitung eines Tütengerichts sind wir wohl nur mit den Umrechnungstabellen durcheinander gekommen…

obamania.eu

Oktober 20, 2008 - 12:43 pm Kommentare deaktiviert

Ein kluger Mann hat mir mal gesagt: Wenn Du das Gefühl hast, die ganze Welt ist bekloppt, bist Du’s vielleicht einfach nur. Grundsätzlich gebe ich ihm da recht. Aber jetzt gerade finde ich ist eine Ausnahme aufgetreten…

Heute Morgen war hier (also im dänischen Hip-Radio) eine Umfrage, wen die Hörer wählen würden. Obama oder McCain? Soweit ich das verstanden habe waren alle für Obama.
Vor ein paar Wochen habe ich genau 6 Tage vor der Bayrischen Landtagswahl zum ersten Mal davon gelesen (als Spiegel-Süchtiger). Der US Wahlkampf hat kaum Platz dafür gelassen.

Bin ich bekloppt oder die ganze Welt? Bin ich ein Nationalist, wenn ich als Deutscher den bayrischen Wahlkampf wichtiger finde als den amerikanischen? Bin ich ein ignorant, wenn mich als Europäer nur mäßig interessiert in welchen US Talkshows welcher Kandidat was gesagt hat? Bin ich spießig, wenn ich über die 7 silbernen OBAMA Graffitis in der Aalborger City den Kopf schüttle? Bin ich resignierend, wenn ich behaupte an der US Wahl eh nichts ausrichten zu können und arrogant wenn ich weiter behaupte, dass die Europäisch-Amerikanische Verbindung die Bush ausgehalten hat, auch durch seinen Nachfolger nicht zerstört wird?

Von der Palin möchte ich gar nicht erst anfangen. Solche haben wir auch. Die ist eben nur hübscher als die Mitglieder der CSU…
Außerdem finde ich es doof, wenn sich immer alle Schauspieler und Musiker auf eine Seite stellen müssen. Ich finde Künstler können auch mal unparteilich bleiben. Gerade, wenn sie es sich leisten können.

Ich möchte wetten, dass so ziemlich jeder, den ich in Europa fragen würde, Obama wählen möchte. Aber wer könnte das denn begründen? Ich weiß so ziemlich gar nix über sein Wahlprogramm. Du?